Beipackzettel beim FC Bayern gefunden Breno: Kommt heute noch das Urteil?

Lächelt schon wieder vor Gericht: Fußballer Breno und sein Anwalt Werner Leitner Foto: dapd

Ermittlungen beim FC Bayern wegen Brenos Schlafmittelkonsum: Polizei findet Beipackzettel. Die Plädoyers sind für 13 Uhr geplant. Kommt heute noch das Urteil für Breno?

 

München - Wegen möglicher Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz hat die Polizei im Zuge des Prozesses gegen Fußballprofi Breno beim FC Bayern ermittelt. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, suchten Polizisten in den Räumen des Fußballclubs nach Medikamenten, nachdem Brenos früherer Manager in der vergangenen Woche vor dem Münchner Landgericht ausgesagt hatte, der Basilianer habe Medikamente vom FC Bayern bekommen. Bei der Durchsuchung seien Beipackzettel eines Schlafmittels gefunden worden.

Der Chefphysiotherapeut des Vereins habe angegeben, dass es das Präparat in der medizinischen Abteilung gebe. Zudem sagte er dem Staatsanwaltschaftssprecher zufolge aus, dass es beim FC Bayern einen Schrank mit Medikamenten gebe, der unverschlossen gewesen sein soll. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob es bei dem Verein Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz gegeben hat.

Breno hatte am Dienstag von seinem Anwalt erklären lassen, er habe das Schlafmittel regelmäßig eingenommen und es beim FC Bayern „einfach mitgenommen“.

Der psychiatrische Sachverständige Henning Saß schloss am Mittwoch vor Gericht nicht aus, dass die Schuldfähigkeit des wegen schwerer Brandstiftung angeklagten Fußballprofis in der Tatnacht möglicherweise vermindert gewesen war. Der 22-Jährige war in der Brandnacht stark alkoholisiert gewesen. Saß zufolge kam bei Breno unter anderem der Frust über langwierige Verletzungen zur Wirkung des Alkohols verstärkend hinzu. Von einer vollständigen Schuldunfähigkeit sei jedoch nicht auszugehen.

Dem Facharzt für Psychiatrie, Alexander Bilas, zufolge litt der Brasilianer unter Depressionen und Niedergeschlagenheit. Bilas erklärte, er habe den Fußballer am Tag nach der mutmaßlichen Tat „so niedergeschlagen erlebt“, dass er ihm riet, sich in stationäre Behandlung zu begeben. Bei Breno habe es bereits seit etwa dreieinhalb Jahren eine „depressive Entwicklung“ gegeben, die sich in den acht Monaten vor dem Brand verschlechtert hatte.

Die Staatsanwaltschaft legt Breno zur Last, im September vergangenen Jahres aus Frust über eine langwierige Knieverletzung Feuer in einer von ihm gemieteten Villa im Münchner Nobelvorort Grünwald gelegt zu haben. Verletzt wurde niemand, da seine Frau mit den Kindern das Anwesen kurz vor dem Brand verlassen hatte.

Noch für Mittwochnachmittag wurden vor dem Landgericht die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung erwartet. Eventuell kommt es sogar schon zu einem Urteil.

 

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