Nach Amateur-Derby Rucksack-Ärger: Wie soll das erst auf der Wiesn werden?

, aktualisiert am 30.08.2016 - 13:42 Uhr
Heuer nicht mehr erlaubt: Rucksäcke auf dem Wiesn-Gelände. (Archivbild) Foto: dpa

Das Rucksack-Verbot wird wenig beachtet: Beim kleinen Lokalderby im Grünwalder Stadion zieht die Polizei am Sonntag über 200 Taschen und Rucksäcke aus dem Verkehr. Während der Wiesn würde dieses Szenario drastisch ansteigen.

 

München - Es war eine Art Generalprobe für die Wiesn. Rucksäcke und größere Taschen sollten beim kleinen Lokalderby zwischen den Amateuren des TSV 1860 und des FC Bayern (0:0) nicht mit ins Stadion. Doch viele Besucher hielten sich nicht daran.

Die beiden Fußballvereine hatten ihre Fans auf das neue Verbot hingewiesen und gebeten, Rucksäcke und Taschen, die größer sind als ein Din-A4-Blatt, nicht mitzunehmen. Die Polizei hatte im Vorfeld unmissverständlich klargemacht, dass damit niemand ins Stadion kommt. Sämtliche Medien hatten im Vorfeld berichtet.

Der Erfolg war eher bescheiden: "82 Rucksäcke, 109 Taschen und zwölf Beutel sind vor Anpfiff eingezogen worden", berichtet Polizeisprecher Carsten Neubert. Dazu fünf Taschenmesser und auch ein Kinderwagen.

All diese Dinge darf man laut dem neuen Sicherheitskonzept dieses Jahr auch nicht mit aufs Oktoberfest bringen. Rucksäcke sind generell verboten und auch große Taschen, die mehr als drei Liter Volumen haben. "Eine Tasche, in die mehr als drei Milchtüten passen, ist bereits zu groß", erläuterte Wiesn-Chef Josef Schmid bei der Vorstellung des neuen Sicherheitskonzepts.

Rund 10.000 Taschen an einem Wiesn-Tag?

An allen Eingängen zur Theresienwiese wird streng kontrolliert. Gepäckstücke können in Sammelstellen abgegeben werden. Ausnahmen gibt’s. Aber nur sehr wenige. Menschen, die gesundheitliche Probleme haben, dürfen etwa ihre Sauerstoffgeräte mitnehmen. Auch für Sportschützen und die Teilnehmer des Festzugs gibt es Ausnahmen. Und auch Bedienungen dürfen weiterhin Wechselkleidung mitnehmen; ihre Taschen werden dann speziell gekennzeichnet.

Wie bisher sind Buggys und Kinderwagen bis 18 Uhr erlaubt. Ausgenommen sind die Samstage und der 3. Oktober.

Komplett verboten sind dagegen auf dem Oktoberfest Feuerwerkskörper, Glasflaschen, Gassprühdosen, Messer und Ähnliches. Rechnet man die am Sonntag am Eingang zum Grünwalder Stadion beschlagnahmten 222 verbotenen Gegenstände auf einen durchschnittlichen Tag an einem Wiesnwochenende hoch, dürften dabei, ganz grob geschätzt, rund 10.000 Taschen und Rucksäcke zusammenkommen. Ein hübscher Berg, der sich da an den Abgabestellen ab 17. September ansammeln dürfte.

 

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