Beim 6:0 gegen Hamburg Polizistin verletzt bei Rangelei mit Fans

"In guten wie in schlechten Zeiten" wollen die Fans zum FC Bayern stehen. Dem Lokalrivalen helfen wollen sie aber nicht. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Rangeleien am Rande des Bayern-Spiels gegen den HSV: Südkurven-Fans verärgert wegen Kartenkontrollen. Eine Polizistin wurde verletzt.

 

München – Ärger um die Karten und den Einlass in die Südkurve der Allianz Arena führten am Samstag während des 6:0 der Bayern gegen den HSV zu einem Polizei-Einsatz. Dabei ist eine Beamtin leicht verletzt worden wie die Münchner Polizei am Sonntag bestätigte.

Nach Angaben von Polizei-Sprecher Martin Rieder versuchten etwa 100 Bayern-Anhänger während des Spiels in den Block der Gäste zu gelangen - was allerdings nicht die Absicht der Südkurven-Fans gewesen ist. Sie wollten lediglich ihrem Unmut Luft machen und sich im Unterrang der Haupttribüne Gehör verschaffen. Eine Attacke auf die Nordkurve mit den rund 6.000-7.000 HSV-Anhängern hätte auch wenig Sinn gemacht. Dennoch hinderten rund 300 Polizisten die Fans, weiter Richtung Norden des Stadions vorzudringen, sie wurden vorrübergehend "eingekesselt". Dabei kam es zu kleineren Rangeleien, bei denen die Polizistin verletzt wurde.

Anlass des Ärgers und der ungewohnt leer gebliebenen Blöcke 112/113 direkt hinter dem Tor waren strengere Kartenkontrollen für den Zugang zur Südkurve. Der Klub sah sich nach eigenen Angaben zu dieser Aktion nach den Ereignissen beim Pokal-Halbfinale gegen Schalke (0:1) gezwungen, als etwa 300 Fans versucht hatten, den Block zu stürmen und dabei zwei Ordnungskräfte verletzten. Aus Sicherheitsgründen (etwa im Falle von Notarzteinsätzen) dürfen in die Kurve nur rund 9000 Fans hinein, zuletzt drängten sich dort aber weit mehr Zuschauer. "Für uns ist da ein Punkt erreicht, an dem wir aus Sicherheitsgründen sagen müssen: Stopp!", sagte Bayerns Pressesprecher Markus Hörwick.
  
Beim Spiel gegen Hamburg habe der Ordnungsdienst erneut festgestellt, dass viele der Fans, die in die Südkurve wollten, keine Karte für diesen Bereich hatten. Deshalb sei diesen der Zugang verwehrt worden. Andere Fans erklärten sich daraufhin solidarisch mit den Ausgesperrten und zogen zur Haupttribüne, um
dort gegen den Vorstand zu demonstrieren. `Vorstand raus!", `Wir wollen den Vorstand sehen!" oder „Wir sind die Fans, die ihr nicht wollt“ skandierten
sie.

Am Montag soll es deshalb zu einem Treffen von Fans aus der Ultraszene (Schickeria) sowie dem Dachverband (Club Nr.12) sowie und dem Vorstand kommen, wie Hörwick der AZ bestätigte.
   
 

 

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