Bei Notre-Dame Paris: Polizist schießt auf Hammer-Angreifer

, aktualisiert am 06.06.2017 - 18:32 Uhr
Vor der Kirche Notre-Dame ist ein Polizist angegriffen worden. (Archivfoto) Foto: dpa

Zwischenfall vor dem Touristenmagneten Notre-Dame in Paris: Ein Polizist schießt auf einen Angreifer, der "Das ist für Syrien" ruft. Die Ermittler gehen einem Terrorverdacht nach. 

Paris - Nach einem Angriff auf einen Polizisten vor der Pariser Kathedrale Notre-Dame gehen Ermittler einem Terrorverdacht nach.

Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm den Fall, wie die Behörde am Dienstag bekanntgab. Nach Angaben der Behörden eröffnete die Polizei das Feuer und verletzte den Angreifer. Auf dem Vorplatz der Kirche halten sich üblicherweise viele Touristen auf.

Der mutmaßliche Täter habe einen Beamten mit einem Hammer angegriffen, berichtete der Nachrichtensender BFMTV.

Nach Angaben der Pariser Polizeipräfektur wurde ein Polizist verletzt, der Angreifer sei ins Krankenhaus gebracht worden. Die Situation sei unter Kontrolle. Die Behörde hatte zuvor auf Twitter dazu aufgerufen, den Bereich um die Kirche im Herzen der französischen Hauptstadt zu meiden. Das Areal wurde weiträumig abgesperrt.

"Das ist für Syrien"

Der Angreifer habe sich später als "Soldat des Kalifats" der Terrormiliz Islamischer Staat bezeichnet, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittlerkreise. Der Angreifer habe bei seiner Tat "Das ist für Syrien". gerufen, sagte der französische Innenminister Gérard Collomb. Der Mann habe sich von hinten einer Polizeipatrouille genähert und mit einem Hammer auf einen der drei Beamten eingeschlagen.

Ein weiterer Polizist habe das Feuer eröffnet und den Angreifer verletzt. Collomb sagte, der Angreifer habe sich als algerischer Student präsentiert: Er habe einen Ausweis bei sich gehabt, dessen Echtheit überprüft werden müsse. Neben dem Hammer habe der Mann Küchenmesser bei sich gehabt. Die Verletzungen des angegriffenen Polizisten seien nicht sehr schlimm.

Besucher verließen Notre-Dame

Rund 900 bis 1000 Menschen wurden nach Angaben der Diözese von Paris aus Sicherheitsgründen zeitweise in dem Gotteshaus festgehalten. Sie konnten die Kathedrale später nach und nach verlassen und wurden dabei von der Polizei durchsucht. Alles sei sehr ruhig abgelaufen, sagte Bistums-Sprecherin Karine Dalle.

Ausnahmezustand in Frankreich

Frankreich wird seit rund zweieinhalb Jahren von einer beispiellosen Terrorserie erschüttert, knapp 240 Menschen wurden bei Anschlägen ermordet. Sicherheitskräfte waren in Frankreich mehrfach Ziel von Anschlägen. Mitte April war ein Polizist auf dem Pariser Prachtboulevard Champs-Élysées von einem Gewalttäter erschossen worden.

In Frankreich gilt weiter der Ausnahmezustand, der nach den Anschlägen vom 13. November 2015 verhängt worden war. Der Ausnahmezustand soll nach Plänen der Regierung bis Anfang November 2015 verlängert werden.

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