Bei G20-Krawallen in Hamburg Bierdose geworfen: So rechtfertigt sich der Münchner Polizist

Ein Münchner Polizist hat gestanden, bei den G20-Krawallen eine Bierdose in Richtung seiner Kollegen geworfen zu haben. Foto: dpa/Astra

Der Münchner war wohl in Uniform privat zu den G20-Krawallen nach Hamburg gereist.

 

München/Hamburg - Brennende Autos, brennende Barrikaden, geplünderte Geschäfte: Gegen die Bilder, die vom G20-Gipfel im Juli in Hamburg um die Welt gingen, stellt sich ein einzelner Büchsenwurf eher als Lapalie dar. Aber: Die Halbliterdose Astra-Pils, die am Vorabend des Gipfel-Auftakts am Rande einer Demonstration von einer Brücke in Richtung Polizei geworfen wurde, war nicht irgendeine Dose. Sondern die eines Münchner Polizisten.

Wie berichtet läuft bei der Hamburger Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen den 35-jährigen Polizeihauptmeister. Die Münchner Polizei hat ihn suspendiert. Jetzt werden neue Details zu dem Vorwurf bekannt.

Der Spiegel zitiert aus einem Schreiben seines Verteidigers. Demnach habe der Polizist so gezielt, dass er niemanden treffen konnte. Seine Motive: Wut, Hilflosigkeit - und Angst vor Polizeigewalt. Der Mann sei kein Teilnehmer der Demonstrationen gewesen, schreibt der Anwalt, er habe auch keinen linksradikalen Hintergrund. Er habe sich privat als Zuschauer der Proteste am Fischmarkt aufgehalten und Dosenbier getrunken.

Der 35-Jährige war nach Angaben seines Anwalts am 6. Juli frühmorgens mit dem ICE zu seiner Freundin nach Hamburg gefahren - in Uniform, denn dann dürfen Polizisten kostenlos Bahn fahren. Nur zwei Minuten nach dem Dosenwurf gaben der Polizist und seine Freundin einem Spiegel -Reporter ein Interview. Sie kritisiert das Polizeivorgehen gegen die Demonstranten: "Die Bullen sind voll reingegangen."

Gut möglich, dass ihr Freund kein Polizist bleibt. Kassiert er eine Strafe von mehr als einem Jahr, ist er seine Arbeit los.

 

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