Behörden-Willkür Drama um Manuel: Alles nur zu seinem Besten?

In großer Sorge um den kranken und behinderten Jungen: Mutter Barbara H. Der Bub ist jetzt im Heim. Foto: bayernpress.com
 

NÜRNBERG Das Drama um den 11-jährigen Manuel: Warum nur riss das Jugendamt Nürnberg das kranke Kind plötzlich aus der Familie? Warum steckte es den behinderten Jungen in ein Heim, kilometerweitweg von seinem Zuhause? Wieso darf die Mutter, die 11 Jahre die wichtigste Bezugsperson für das autistische Kind war, ihn kaum mehr sehen?

Viele offene Fragen und Vorwürfe stehen gegen die Behörde im Raum, mit denen nun auch OB Ulrich Maly und die Stadt in einer umfangreichen Beschwerde konfrontiert wurden. Da der OB am Dienstag verhindert war, gab Sozial- und Familienreferent Reiner Prölß eine Stellungnahme ab.

Details? Prölß muss passen...

Prölß allerdings sieht derzeit keinen Anlass zur Selbstkritik. Die entsprechenden Kollegen hätten sich in diesem Fall bislang „qualifiziert und sachlich“ verhalten. Alle bisherigen Maßnahmen dienten dem Kindeswohl. Die Beschwerde werde zwar geprüft, Prölß ist sich aber jetzt schon sicher, dass an den Vorwürfen nichts dran ist. Ein vorschnelles Urteil? Denn einige Ungereimtheiten in diesem Fall sprechen eine andere Sprache: In der detaillierten Beschwerde ist von einer nicht nachvollziehbaren und unverhältnismäßig gewaltsamen Herausnahme (mit Polizei) des Kindes aus der Familie die Rede – denn: Tatsächlich hatte das Amt nur wenige Wochen zuvor nichts zu beanstanden in Bezug auf Manuel, wie aus einem offiziellen Bericht hervorgeht.

Angesprochen auf Details wie diese, muss Prölß bedauernd passen. Der Sozialreferent dürfe aus Datenschutzgründen zu den genauen Hintergründen nichts sagen, das sei das ewige Dilemma. Jugendämter sähen in solchen Fällen daher immer schlecht aus. Prölß versicherte aber, dass die Herausnahme eines Kindes aus der Familie grundsätzlich immer der letzte Ausweg sei. Prölß: Jetzt müssten Mutter und Amt an einem Strang ziehen – für Manuel!

Leichter gesagt als getan nach den aufwühlenden Ereignissen der letzten Monate, das musste schließlich selbst der Sozialreferent zugeben!

 

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