Behörden-Irrsinn Kaputte Spülmaschine in Kita: Stadt verschleudert 15.000 Euro

Auch wenn für Kleine gespült wird, kann’s teuer werden. Foto: Jens Schierenbeck/dpa

In der Pasinger Kindertagsstätte in der Ebenböckstraße geht die Spülmaschine kaputt. Die Neuanschaffung gerät schnell zum finanziellen Fiasko.

Pasing - So eine Spülmaschine, mei, was wird die kosten? Wenn es eine richtig Gute sein soll, eine Gastro-Spülmachine, die richtig was wegwäscht: ein paar tausend Euro vielleicht, allerhöchstens. Die Stadt München hat für eine Neuanschaffung kürzlich aber sogar einen fünfstelligen Betrag hingelegt. Wie es dazu kam, ist eine kuriose Geschichte aus der Welt des Behörden-Irrsinns!

Spülmaschinen-Kauf: Stadt ruft Wettbewerb aus

Es war der 11. Dezember vergangenen Jahres. Da ging in der Pasinger Kindertagsstätte in der Ebenböckstraße die Spülmaschine kaputt. Reparaturversuche blieben vergebens. Die Kita orderte beim zuständigen Schulreferat deshalb tags darauf eine neue Spülmaschine.

Kurz vor Weihnachten setzte sich der Verwaltungsapparat in Gang. Vom Schulreferat wanderte die Bestellung weiter an das Baureferat. Und weil man bei der Stadt nicht einfach so im Baumarkt ein Ersatzgerät kaufen kann, schrieb dieses für die neue Spülmaschine ein Wettbewerbsverfahren aus. Ordnung muss schließlich sein. Auf diese Weise dauerte es bis zum 9. April. Erst da traf die neue Spülmaschine ein. Die vier Monate bis dahin musste die Kita an der Ebenböckstraße mit Leihgeschirr überbrücken. Morgens frisches Geschirr her, abends das dreckige weg – ein nicht gerade günstiger Service. Die Rechnung dafür belief sich am Ende auf exakt 10.229,83 Euro.

Kita bekommt Leih-Besteck für 10.200 Euro

Für dieses Geld hätte man natürlich locker auch zwei bis drei neue Spülmaschinen kaufen können – und das auch sofort, ganz ohne aufwendige Ausschreibung. Im Stadtrat ist man entsprechend ungehalten über den Vorgang. "Ich will nicht, dass so mit meinem Steuergeld umgegangen wird", schimpft etwa Alexandra Gaßmann (CSU).

Für Gaßmann ist es ein Wahnsinn, dass die Anschaffung eines Einzelgeräts extra ausgeschrieben worden ist. "Da muss ein Rahmenvertrag her", fordert sie. Denn wenn geregelt sei, dass die nächsten fünf Spülmaschinen einfach bei diesem oder jenem Anbieter bestellt werden, könne man sich dieses aufwendige Verfahren auch sparen.

Kaputte Spülmaschine: München gibt 15.000 Euro aus

So aber hat die Stadt nun etwa 15.000 Euro für die Anschaffung einer neuen Spülmaschine ausgegeben – auf die Kosten für das Leihgeschirr kommt schließlich noch der Preis für die Spülmaschine selbst drauf.

Gut möglich, dass die Angelegenheit auch bald im berühmten Schwarzbuch vom Bund der Steuerzahler landet. Der Verein sammelt schließlich allerhand Fälle von Steuerverschwendung. Ob’s der Bus ist, den niemand nutzt, unnötige Reisen von Abgeordneten – oder wie hier: Leihgeschirr, das man sich sehr gut auch hätte sparen können.

 

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