Beginn des Winter-Festivals Shows, Essen, Markt: Das ist neu auf dem Tollwood 2014

Mahnmal für eine artgerechte Tierhaltung: „Armes Schwein“ vom ungarischen Künstler Gabor Miklos Szoke. Foto: Tollwood/ho

Am Dienstag geht es los auf der Theresienwiese: Das Tollwood gibt sich in diesem Winter das Motto: „Lebe!Wesen“. Was es bietet, was neu ist und was hinter den vielen Darbietungen steckt...

 

München - Tja, so ist das im Münchner Jahr. Gefühlt war eben noch Wiesn, und nun liegen schon Tannenzweige als Impulsware vorn in den Supermärkten. Am Sonntag ist der erste Advent. Und auf der Theresienwiese öffnet sich am Dienstag die andere, die vorweihnachtliche Zeltstadt: Das Tollwood-Winterfestival beginnt.

Es ist nicht nur der „Markt der Ideen“, der Geschenkkäufern kreativ auf die Sprünge hilft. Sondern es bietet auch Theater, Show, Kunst und, ja: auch Aufklärung. „Lebe!Wesen“ ist das Motto dieses Festivals, das sich nachhaltig um artgerechte Tierhaltung verdient macht.

Hier ein Überblick über das, was das Winter-Tollwood heuer alles bietet

Limbo

Artistik, Spannung, Erotik:
Im nostalgischen Spiegelzelt gastiert „Limbo“, die neue Varieté-Show von Regisseur Scott Maidment (war schon mit der Produktion „Cantina“ zu Gast auf dem Tollwood). Neun Artisten, Musiker und Tänzer entzünden auf der Bühne ein Feuerwerk: Artistik, Schwert- und Feuerschlucken, freche Comedy, Tanz und vieles mehr. Eine furiose Show.

Dreimal Theater

Im Theaterzelt kann gestaunt, gelacht, aber auch mitgefühlt werden: Das Ein-Mann-Stück „Leo“ schlägt der Schwerkraft mit geschickten Videoprojektionen und Akrobatik humorvoll ein Schnippchen. Jonglage-Kunst, modernen Tanz und mitreißende Musik verspricht Gandini Juggling aus Großbritannien mit „Smashed“ – mit dem bewährten britischen Humor. Das spanische Maskentheater „André & Dorine“ erzählt eine Liebesgeschichte rund um das Vergessen – eine Deutschlandpremiere.

Das neue EssZimmer

Kulinarische Premiere auf dem Tollwood: Zum ersten Mal gibt es mit dem „EssZimmer“ ein rein vegetarisch-veganes Zelt. Vier Stände stellen die Vielfalt der fleischlosen Küche unter Beweis. Ob marokkanische Tajine im „Berberhaus“, spanische Tortillas von „La Huerta“, Spezialitäten aus der „Anatolischen Küche“ oder Thai-Food von „Thai Krung Si“: Hier kommen Gerichte auf den Tisch, die auch leidenschaftlichen Fleischessern schmecken.

Markt & Gastronomie

Du bist, was du isst? Auf dem „Markt der Ideen“ können wie immer Bio-Gaumenfreuden gekostet werden. Neu in diesem Jahr: Der „Fondue Baron“ lässt mit dem Winterklassiker Käsefondue Feiertagsstimmung aufkommen. Serviert wird sozusagen „Fondue to go“ im Brotlaib. Die „Pflanzerlkost“ serviert Pflanzerl in verschiedensten Variationen. „Hello World“ hat die Bratwurst auf eine Weltreise geschickt und serviert sie mal als würzig-fruchtige spanische Salsiccia und mal auch als vegane indische Linsen-Currywurst.

Kuscheltier-Metzgerei

Ein Metzgerbetrieb der etwas anderen Art: In Miroslav Menschenkinds „Mensch & Kind Kuscheltier-Schlachterei seit 1886“ kann man nahezu alles kaufen, was es auch in einer normalen Metzgerei gibt – mit einem Unterschied: Statt lebendigen Tieren geht es hier Kuscheltieren an den Kragen. Die flauschigen Wurstwaren werfen einfache wie komplizierte Fragen rund um das Festivalmotto „Lebe!Wesen – für eine artgerechte Tierhaltung“ auf.

Der neue Weltsalon

Den „Himmel auf Erden“ verspricht der Weltsalon, dieses Jahr als Baustelle inszeniert. Zwölf Räume laden zum Erleben, Nachdenken und Mitmachen ein. Im Mittelpunkt steht der Besucher: So können beispielsweise Besucher im „Tausch(T)Raum“ nicht mehr benötigte Dinge abgeben oder im „Klassenzimmer“ nach dem Sinn des Lebens forschen. Interaktiv wird es auch mit Performances wie Susanne Plassmanns „Das Schicksal“, das sich mit langen Fingern und viel Humor seine Opfer unter den Zuschauern sucht.

Das arme Schwein

Das im wahrsten Sinne des Wortes „Arme Schwein“ des ungarischen Künstlers Gabor Miklos Szoke setzt das Festivalmotto „Lebe!Wesen“ künstlerisch um. Eingepfercht in einen Käfig steht das zehn Meter lange und fünf Meter hohe Schwein für Leid und Unmenschlichkeit in der Massentierhaltung. Passend dazu machen die vier Tierschutzorganisationen Animals’ Angels, respekTiere, Provieh, die Albert Schweitzer Stiftung und die Soko Tierschutz mit Kampagnen und Infomaterial gegen Missstände in der Massentierhaltung mobil.

Tief-im-Wald-Bar

In der Tief-im-Wald-Bar spielt die Musik schon ab dem Nachmittag. Zwei, manchmal drei Bands pro Tag sorgen für abwechslungsreiche musikalische Unterhaltung – und das gratis. Zu hören gibt es Russian Speed Folk von „44 Leningrad“, italienischen Rock/Jazz von „Brazzo Brazzone“, Vintage Sounds mit den „Rag Tigers“, die Hip-Hopper „Flooot“ und viele weitere Konzerte von Volksmusik bis Rockabilly.

Performances

Ein armes Schwein, ein Kamel – was kommt noch? In diesem Fall: Figurentheater mit einem überlebensgroßen Höckertier, das seelenruhig und kauend übers Gelände wandert. Ein bemerkenswerter Walk-Act der französischen Compagnie Paris Bénarès.

Tollwood – das Winterfestival: Ab Dienstag heute auf der Theresienwiese. Montags bis freitags 14 – 1 Uhr, an Wochenenden von 11 – 1 Uhr. Mehr unter www.tollwood.de und az-muenchen.de/tollwood

 

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