BBL-Finale gegen Bamberg FC Bayern: So kann es klappen mit dem Titel

Dusko Savanovic und John Bryant vom FC Bayern gegen Bambergs Miller. Foto: Rauchensteiner/augenklick

Aller guten Dinge sind fünf! - Im letzten Saisonspiel haben die Bayern-Basketballer am Sonntag in Bamberg die Chance, den Titel zu verteidigen. So kann es klappen.

München - Als die Mannschaft sich auf die Ehrenrunde begab, Vladimir Stimac vorneweg, und die im Stehen applaudierenden Fans gar nicht mehr aufhören wollten, „Oh, wie ist das schön!“ zu singen, da war natürlich alles gut. 83:73 hatte der FC Bayern die Brose Baskets Bamberg besiegt, das entscheidende Spiel fünf in der Finalserie (Sonnntag, 15 Uhr, live auf beko-bbl.tv) erzwungen und die Fans im ausverkauften Audi Dome derart begeistert, dass nun bestimmt nicht wenige über eine Dauerkarte für die nächste Saison nachdenken.

Dabei hatte es zwei Stunden vorher bei so manchem Bayern-Profi überhaupt nicht nach eitel Sonnenschein ausgesehen. Zum Beispiel Dusko Savanovic. Am Abend vor dem Spiel war sein Vater gestorben, mit Mitte Fünfzig. Als der 2,04-Meter-Riese im Scheinwerferlicht zur Mannschaftsvorstellung in die Halle lief, rannen ihm Tränen übers Gesicht. Doch der Serbe riss sich zusammen, stand im Bayern-Team am zweitlängsten auf dem Feld und steuerte neun Punkte bei.

„Was Dusko heute geleistet hat, war unmenschlich“, sagte Bayern-Manager Marko Pesic, „ich wüsste nicht, wie ich in so einer Situation reagieren würde.“ Sein Vater, Coach Svetislav Pesic (65), turnte wie immer quicklebendig im Spielfeld rum, kassierte früh ein technisches Foul und erklärte später, warum der in den letzten Spielen blass gebliebene Bryce Taylor mit 22 Punkten wieder zum Top-Scorer wurde: „Ich habe zu ihm gesagt: ,Bitte werfen!’ Hätte das mein Coach früher zu mir gesagt, ich würde heute noch spielen.“ Und dann verrutschte ihm kurz der Kopfrechner: „100 000 Würfe machen die Spieler pro Tag! 10 mal 10! Und dann kommst du ins Spiel und wirfst nicht!“ Aber Taylor warf ja – und er traf auch noch.

Wie Vasilije Micic. Der junge Serbe (21) gilt als eines der erfolgversprechenden Talente des europäischen Basketballs, bekam aber bislang recht wenig Spielzeit. Nun warf ihn Pesic frühzeitig ins Getümmel dieses so genannten „Do-or-die“-Spiels – und Micic explodierte, stand fast 22 Minuten auf dem Feld, machte zwölf Punkte. Wieder alles richtig gemacht, Coach! Auch John Bryant durfte in Halbzeit eins so manchen Korbleger verdatteln, revanchierte sich dafür mit drei Dreiern – bei drei Versuchen. Entscheidend war aber der Einsatzwille dieser Charakter-Mannschaft, nicht zum ersten Mal in dieser Saison, in dieser Playoff-Serie. „Sie haben sehr hart gespielt und konsequent verteidigt. Dagegen haben wir uns schwergetan“, sagte Bambergs Center Trevor Mbakwe.

Coach Andrea Trinchieri klagte: „Wenn du den amtierenden Champion entthronen willst, reicht das nicht. Wir waren weit davon entfernt, in München ein Finalspiel gewinnen zu können.“

Wie nah die Bayern an der Titelverteidigung sind? Kapitän Heiko Schaffartzik: „In so einem Endspiel stehen die Chancen immer 50:50.“ Manager Pesic stapelte tief und sprach von „70:30 für Bamberg“. Papa Svetislav blickte derweil in sein persönliches Geschichtsbuch. 1983 sei seine Mannschaft wie die Bayern heute als Dritter in die entscheidende Saisonphase gegangen und am Ende Meister geworden. Es war sein erster Titel als Trainer. Seinen fünften deutschen Meistertitel peilt einer an, der am Mittwoch noch gefrustet draußen saß: Anton Gavel. Bis Sonntag könnte die Hüftverletzung des Ex-Bambergers abgeklungen sein. Sein Coach sagt: „Die Zeit arbeitet für uns.“

 

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