Bayernweite Aktion Raser für Gefahren sensibilisieren: Blitzmarathon läuft

An 1.900 Messstellen legten sich Beamte auf die Lauer. Foto: Sven Hoppe/dpa

24 Stunden lang kontrolliert die Polizei verstärkt Autofahrer, die gerne aufs Gaspedal treten. Dabei gehe es nicht um Abzocke, betont das Innenministerium.

 

München - Bei einem 24-stündigen "Blitzmarathon" hat die bayerische Polizei von Mittwochmorgen an verstärkt Fahrer mit Bleifuß ins Visier genommen. Es gehe darum, das Problembewusstsein der Autofahrer für zu hohe Geschwindigkeiten zu schärfen, betonte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). "Zu hohe Geschwindigkeit wird häufig immer noch als Kavaliersdelikt abgetan". Dass nur wenige Stundenkilometer zu viel den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten könnten, habe so mancher noch nicht kapiert.

Der Blitzmarathon hatte am Mittwoch um 6 Uhr begonnen. Während der Aktion, die zeitgleich auch in anderen Bundesländern stattfand, kontrollierten die Beamten an bayernweit bis zu 1.900 Messstellen, die zuvor im Internet veröffentlicht worden waren.

Lokale Unterschiede im Raserverhalten

Mit der fünften Aktion dieser Art wollten die Beamten Auto- und Motorradfahrer zugleich auch für Gefahrenstellen sensibilisieren. Daher wurden die Geräte auch an besonders gefährlichen Stellen aufgestellt. Es gebe einige besonders vom Pendlerverkehr genutzte Strecken, an denen am Morgen gemessen werde, während andere Strecken dafür bekannt seien, dass dort nach Feierabend gerne mal aufs Gaspedal getreten werde, sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

Wann und wie lange an den jeweiligen Stellen kontrolliert werde, entscheide die jeweilige Polizeidienststelle. Auch ob es sich lohne, bei dem derzeit kalten Wetter an beliebten Motorradstrecken zu messen, werde im Einzelfall entschieden, erläuterte der Behördensprecher.

Die Aktion findet im Rahmen des Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms 2020 "Bayern mobil - sicher ans Ziel" statt. Außerdem ist der Blitzmarathon Teil des europaweiten "Speedmarathons". Der ADAC befürwortet die Aktion. Überhöhte Geschwindigkeit sei noch immer die Hauptursache bei schweren Verkehrsunfällen. Im vergangenen Jahr waren 195, also ein Drittel der tödlichen Verkehrsunfälle in Bayern, auf zu schnelles Fahren zurückzuführen, wie es vom Ministerium hieß.

Es soll dabei nicht bei dieser einen Aktion in diesem Jahr bleiben: Im Juli werde die bayerische Polizei über die üblichen Geschwindigkeitskontrollen hinaus bayernweit entsprechende Schwerpunktaktionen gegen Raser durchführen. "Wir haben bewusst den Juli gewählt, weil sich in diesem Monat neben Juni und August traditionell die meisten tödlichen Verkehrsunfälle ereignen", erläuterte Minister Herrmann.

 

0 Kommentare