Bayerns Viertelfinalgegner im Porträt Die wilden Drachen aus Porto

Portos Stürmerstar Jackson Martinez. Foto: dpa

Bayern-Gegner FC Porto glänzt in der Offensive. Der Trainer spielte einst mit Guardiola zusammen. Die AZ stellt den Viertelfinalgegner vor.

 

Porto -  Mit einem Feuer speienden Drachen möchte man sich nicht unbedingt anlegen, doch wenn Schiedsrichter Carlos Velasco Carballo am Mittwochabend um 20.45 Uhr (ZDF und Sky) im Estádio do Dragão erstmals in seine Pfeife bläst, bleibt dem FC Bayern gar nichts anderes übrig. Die AZ stellt den Viertelfinalgegner vor: den Futebol Clube do Porto.
Geschichte: 1922 entwarf Augusto Baptista Ferreira das Klubwappen mit dem Drachen. Im richtigen Leben war der Kicker ein Grafiker namens Simplício. Der Klub war da schon 29 Jahre alt und entwickelte sich seitdem zum erfolgreichsten Verein des Landes neben Benfica Lissabon. Portos Bilanz: zwei Weltpokal- und Champions-League-Siege (1987 und 2004), zwei Europa-League-Triumphe (2003 und 2011) sowie 27 nationale Meistertitel.

Image: Porto gilt als Sprungbrett für junge Spieler. Deco, Radamel Falcao, Pepe, Hulk, Diego und James Rodríguez starteten hier ihre Weltkarrieren. Das Geschäftsprinzip des an der Börse notierten Klubs: gut scouten, billig einkaufen, teuer verkaufen. Danilo (23) wechselt im Sommer für 31,5 Millionen Euro zu Real Madrid.

Stärken: die Abteilung Attacke, gerade im eigenen Stadion. Basel ging dort 0:4 unter, Borisov gar 0:6. Der vom FC Barcelona ausgeliehene Flügelflitzer Cristian Tello fällt nach einem Muskelfaserriss jedoch wohl für beide Bayern-Spiele aus. Gefährlich wird’s, wenn Jackson Martinez im Spiel ist: Er traf in 125 Pflichtspielen 86 Mal.

Schwächen: die Defensive, auch wenn sie in den vergangenen acht Pflichtspielen sechsmal ohne Gegentor blieb. Doch gerade gegen offensivstarke Teams wie die Bayern wirkt die Abwehr nicht gerade unüberwindbar, trotz nur zwölf Gegentoren in 28 Ligaspielen.

Form: Porto ist noch unbesiegt in dieser Champions-League-Saison. Auch in der Liga beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Benfica nach 27 von 34 Runden nur drei Punkte. Wettbewerbsübergreifend ist die Elf seit neun Partien unbesiegt.

Trainer: Julen Lopetegui, 48, ein Ex-Torwart, der Mitte der 90er beim FC Barcelona mit Pep Guardiola im Kader stand, aber nur selten spielte. Der Baske pflegt einen ähnlichen Stil wie Pep: viele spanische Spieler, offensives 4-3-3, das krasse Gegenteil zum Stil José Mourinhos, der Porto 2004 zum bislang letzten großen Erfolg verholfen hatte. Seitdem war stets im Viertelfinale Schluss.

 

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