Bayerns Torhüter im AZ-Check Ulreich überzeugt in der Hinrunde: Von der Bank zur WM?

, aktualisiert am 27.12.2017 - 09:25 Uhr
Verletzt, gesetzt und zurück aus der Rente: Manuel Neuer (l.), Sven Ulreich (m.) und Tom Starke. Foto: firo/Rauchensteiner/Augenklick/Matthias Balk/dpa/AZ

Die AZ checkt die Bayern-Leistungen der Hinrunde. Als erstes sind die Torhüter dran. Während Kapitän und Welttorwart Manuel Neuer verletzt ist, brilliert Sven Ulreich. Und Oldie Tom Starke kehrt zurück.

 

München - Die Zeit vor dem Jahreswechsel ist die Zeit des Bilanzierens – auch beim FC Bayern. (Hier finden Sie den FCB-Jahresrückblick der AZ) Wer hat in dieser Hinrunde überzeugt, welche Spieler müssen sich im neuen Jahr steigern? Während sich Stars und Trainerteam nach einem anstrengenden und turbulenten Halbjahr im wohlverdienten Urlaub befinden, ehe es am 2. Januar ins Trainingslager nach Doha (Katar) geht, verteilt die AZ Zeugnisse.

Im ersten von vier Teilen sind die Torhüter dran.

Manuel Neuer

Die tragische Bayern-Figur dieser Hinrunde. Der Stammtorhüter kam verletzungsbedingt nur zu vier Einsätzen (drei in der Liga, einer in der Champions League) – den Rest der Zeit verbrachte Neuer im Krankenstand. Der Keeper hatte sich im Spätsommer nach seinem Mittelfußbruch zurückgekämpft, doch dann zog er sich die gleiche Verletzung erneut zu.

OP, Reha – Neuer läuft noch immer an Krücken. Comeback-Zeitpunkt? Weiter offen. Die Bayern hoffen auf das Frühjahr, Bundestrainer Joachim Löw genauso. "Der Plan ist, dass er irgendwann im Februar, März wieder vollumfänglich trainieren kann", sagte Löw dem Radiosender B5 aktuell. Bei der WM soll Neuer im Tor stehen, unbedingt.

"Wir werden dem Manu natürlich alle Möglichkeiten offenhalten", so Löw. Neuer sei "der beste Torhüter der Welt, unser Kapitän und mit seiner Ausstrahlung brauchen wir ihn unbedingt". Auch die Bayern brauchen Neuer in den K.o.-Spielen der Champions League, das Achtelfinale wird er aber schon mal verpassen. Zur schnellen Genesung gibt's einen Ball für Neuer.

Tom Starke

Aus der Rente zum Bayern-Retter: Das galt für den 36-jährigen Keeper. Wegen der Neuer-Verletzung holte Trainer Jupp Heynckes Starke aus dem Ruhestand zurück, der Routinier war im Sommer ursprünglich ins Nachwuchsleistungszentrum gewechselt, um die Juniorentorhüter zu trainieren. Jetzt macht Starke eben beides parallel, morgens trainiert er selbst – am Nachmittag und Abend widmet er sich den Talenten.

Und Starke spielte sogar noch mal: Nach der Verletzung von Sven Ulreich hielt er seinen Kasten in den Liga-Spielen gegen Frankfurt und Köln sauber. Starke – immer zuverlässig, immer mit einer Top-Einstellung. Laut Kicker denkt er nun über noch eine weitere Saison bei den Profis nach. Es wäre für Bayern ein Geschenk. Daher: 3 Bälle

Sven Ulreich

Wer hätte das vor der Saison gedacht? Sven Ulreich jedenfalls nicht. Der Torhüter wollte im Sommer wechseln, um bei einem anderen Klub regelmäßig zu spielen – jetzt ist er einer der wichtigsten Akteure des FC Bayern. "Jupp Heynckes hat mir vom ersten Tag das Gefühl gegeben, dass er auf mich setzt und dass er mir das Vertrauen gibt", erklärt Ulreich sein Erfolgsgeheimnis. Vorgänger Carlo Ancelotti schaffte das nicht, Neuer-Vertreter Ulreich agierte in den Spielen gegen Wolfsburg und in der Champions League bei Paris Saint-Germain unglücklich.

Seit Heynckes da ist, agiert der Keeper auf Topniveau, in den Sozialen Medien wird er als "ZuNullreich" oder "SvenTheWall" gefeiert. Ulreich überragte etwa im Rückspiel gegen PSG oder jüngst gegen seinen Ex-Verein VfB Stuttgart, er parierte schon fünf Elfmeter in dieser Hinrunde. Heynckes empfiehlt Bayern dringend, Ulreich zu halten (Vertrag läuft aus), Lothar Matthäus sieht den 29-Jährigen schon bei der WM 2018 in Russland. Eines steht definitiv fest: Auf der Torhüterposition müssen sich die Bayern aktuell – auch ohne Neuer – keine Sorgen machen. Wertung: 5 Bälle

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