Die FCBB-Basketballer führen Meister Bamberg beim 99:67 in Spiel drei der Halbfinalserie vor. Fällt die Entscheidung bereits am Dienstag?

München - Die Bayern haben wieder ihr anderes Gesicht gezeigt. Ihr-Sieger-Gesicht, das Kämpfer-Gesicht. Das Antlitz, das den Konkurrenten die Schweißperlen auf die Stirn und die Angst in die Augen treibt, das sie aber eben nur gelegentlich der Öffentlichkeit und den Gegnern präsentieren. Zuletzt immer dann, wenn sie zuvor ihre andere Seite – die Larifari-Fratze – gezeigt hatten.

Samstag war aber Gala-Tag. Beim 99:67 in Spiel drei der Halbfinal-Serie (Best of five) vor den Augen von Fußball-Star Arjen Robben und Präsident Uli Hoeneß demontierte der Pokalsieger von Trainer Dejan Radonjic Meister Bamberg im heimischen Audi Dome und ließ den Gästen, die Spiel zwei noch mit 78:65 für sich entschieden hatten, nicht den Hauch einer Chance. "Das war mit das Beste, das wir je von einer Mannschaft hier im Audi Dome gesehen haben", schwärmte Hoeneß laut "SZ". Bayerns Galaristen können nun am Dienstag (19 Uhr) auswärts den berühmten Sack zu- und bereits den Finaleinzug klarmachen.

FCBB Coach Radonjic: Ich erwarte ein anderes Auftreten der Bamberger

"Das war ein gutes Spiel. Wir waren über 40 Minuten offensiv wie defensiv voll konzentriert", analysierte Coach Radonjic nach der einseitigen Partie: "Wir müssen jedoch erneut darauf vorbereitet sein, dass die nächste Partie wieder völlig anders verlaufen kann. Ich zumindest erwarte ein anderes Auftreten der Bamberger."

Das tut nicht nur er, sondern vor allem der Trainer des (noch) amtierenden Meisters angesichts der Vorstellung in Spiel drei, die fatal an die Nicht-Leistung in der ersten Partie (72:95) erinnerte. "Wir waren heute erneut nicht in der Lage, der Intensität des Gegners etwas entgegenzusetzen", sagte Luca Banchi, "Bayern hat sich heute als ein gefestigtes Team bewiesen. Wir hingegen hatten nicht die richtige Einstellung, um da mitzuhalten."

Morgen wollen die Bayern in der Serie alles klar machen und nicht wie im Viertelfinale gegen Frankfurt, als man schon am Abgrund stand, ehe man die letzten zwei Partien klar gewann, in ein entscheidendes Spiel fünf gehen.

"Nach der bitteren Niederlage im zweiten Spiel hat es etwas in unseren Köpfen ausgelöst", sagte Jared Cunningham, der mit seinen 15 Punkten zusammen mit Devin Booker Münchner Topscorer war: "Wir haben eine Menge Würfe genommen, wir sind die ganze Zeit über drangeblieben, das hat uns den Sieg gebracht." Auch Braydon Hobbs (13), Reggie Redding (12) und Nihad Djedovic (11) trafen zweistellig. "Bayern hat unsere Fehler ausgenutzt. Wir haben schlecht verteidigt, zurecht verloren. Aber: Wir haben noch eine Chance am Dienstag", sagte Bambergs Nikos Zisis. Aber nicht, wenn die Bayern wieder ihr Kämpfergesicht zeigen.