Bayerns Flügelflitzer im Gespräch Franck Ribéry: "Ancelotti ist ein guter Mensch"

„Ich bin stark und das ist mein Charakter“, sagt Franck Ribéry über sich selbst. Foto: firo/Augenklick

Franck Ribéry freut sich auf den neuen Bayern-Trainer, der ihn einst zu Chelsea holen wollte. "Es ist eine andere Philosophie als die von Pep." Außerdem spricht er über eine mögliche Rückkehr ins Nationalteam.

 

München - "Ich habe gestern mit ihm gegessen - nein Spaß!", antwortet Franck Ribéry auf die Frage, ob er denn schon mit Bayerns neuem Trainer Carlo Ancelotti gesprochen habe. Was danach folgt, spricht eindeutig für den Franzosen.

Der 32-jährige Spaßvogel der Bayern bricht in schallendes Gelächter aus, kann sich vor lauter Lachen kaum mehr auf seinem Stuhl halten – ein deutliches Zeichen, dass es dem Flügelflitzer wieder besser geht. Nach seinen langwierigen Verletzungen ist Franck Ribéry wieder zurück. Auch dank seines "starken Charakters", wie er selbst sagt. "Viele Leute meinen, ich wäre kaputt, aber das stimmt nicht!"

 

Franck Ribéry sprach am Donnerstag über...

... seine Verletzung: Es war eine schwere Situation, aber sowas kann passieren – so ist das Leben. Der Kopf muss wieder hoch und ich muss zurück. Natürlich war es nicht einfach, aber jetzt ist alles wieder gut, ich bin glücklich. Es ist schwierig, du trainierst und stehst wieder auf dem Platz und dann verletzt du dich wieder. Immer Schmerzen zu haben, das ist schwer.

... seine Kritiker: Ich habe viel gehört, aber ich kenne mich und ich weiß, was ich kann. Ich habe einen großen Charakter, ich bin auch stark im Kopf. Manche haben gedacht, ich komme nicht wieder so schnell auf mein Niveau.

... seine Rückkehr: Ich fühle mich jetzt viel besser. Ich habe auch schon wieder ein paar Spiele gespielt, das ist gut und wichtig. Ich brauche den Rhythmus für meinen Körper. Ich bin wichtig für die Mannschaft auf dem Platz, aber auch für die Fans und für Bayern.

... Kingsley Coman: Ich habe nur sein Tor gesehen. Ich hab das Spiel nicht gesehen, ich war ja im Stadion beim Deutschlandspiel. Aber das Tor ist positiv für ihn. Er ist noch neu in der Nationalmannschaft und jung, aber es ist immer schön, wenn es gleich funktioniert.

... ein mögliches Nationalmannschafts-Comeback: Ich bin glücklich, ich bin wieder auf dem Platz. Ich bin wieder gesund – das ist meine Priorität. Schauen wir mal was er (Didier Deschamps, Nationalmannschafts-Trainer) will und was ich will. Ich muss mit ihm reden, das ist wichtig. Ich hatte nach der WM keinen Kontakt mehr mit ihm und habe nicht mehr mit ihm geredet.

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... den Konkurrenzkampf bei den Bayern: Wenn du für einen großen Club spielst, willst du immer alle Titel gewinnen und dafür brauchst du gute Spieler. Ich glaube für eine ganze Saison, 40 Spiele, kannst du auf keinem Top-Niveau spielen. Es geht nicht – du bist keine Maschine. Wir brauchen alle Spieler. Für mich ist es nicht direkt eine Konkurrenz, wir sind eine Gruppe, wir gehören zusammen. Der Trainer wechselt auch viel und alle Spieler spielen.

... Mario Götzes Situation: Es ist eine schwere Situation für ihn, aber er ist ein guter Junge. Er hatte ab und zu auch schwere Situationen, zuletzt war er lange verletzt. Er braucht Rhythmus, aber er kommt langsam wieder. Er braucht wieder Vertrauen – jeder weiß, dass er ein guter Spieler ist. Du kannst viel trainieren, aber wenn du nicht spielst, kommst du nicht in den Rhythmus. Er arbeitet viel, er ist Profi.

... Arjen Robbens Verletzung: Er hat zuletzt wenig mit mir gespielt. (lacht) Es ist Schade, er war auf einem Top-Niveau. Ich hoffe, wir gewinnen die nächsten Spiele in der Champions League, dann ist Robben im Halbfinale wieder da.

... den neuen Bayern-Trainer Carlo Ancelotti: Er ist ein guter Trainer, aber ich habe noch nicht mit ihm geredet. Er wollte, dass ich zu Chelsea komme. Es ist eine andere Philosophie als Pep, aber ich glaube, er ist ein großer großer Trainer.

... seinen eigenen Charakter: Du musst kämpfen und arbeiten – ich kenne das schon lange. Aber das ist mein Leben; ich hatte viele gute Zeiten, aber manchmal auch schlechte. Viele Leute meinen, ich wäre kaputt, aber das stimmt nicht – ich bin stark und das ist mein Charakter!

 
 

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