Immer mehr Einfluss FC-Bayern-Profi Arturo Vidal: König der Superstars

Glaubt an den ganz großen Triumph: Arturo Vidal Foto: dpa

Arturo Vidal übernimmt beim FC Bayern immer mehr die Chefrolle. Bayern-Trainer Carlo Ancelotti sagt: „Wir brauchen ihn dringend.“

 

München - Der FC Bayern hat keinen Superstar. Sagt Carlo Ancelotti. Vor dem Pokalspiel beim Viertligisten Carl Zeiss Jena erklärte der italienische Coach, wie er das meint. „Es gibt hier nicht den einen herausragenden Spieler“, sagte er. Er dachte in diesem Moment wohl an Lionel Messi vom FC Barcelona. Oder an Cristiano Ronaldo, den er einst bei Real Madrid trainierte. Ancelotti weiter: „Bei Bayern sind alle Spieler auf einem ähnlichen Niveau. Es ist eine tolle Mannschaft.“

Als Ancelotti wenige Sekunden später über Arturo Vidal sprach, hatte man das Gefühl, dass es da aktuell doch einen Spieler im Bayern-Kader gibt, der herausragt. „Die Qualitäten von Vidal sind fantastisch“, sagte der Coach – und verteilte dann das größte Lob, das man einem Mittelfeldspieler machen kann: „Er ist komplett, er ist defensiv wie offensiv stark. Wir brauchen ihn dringend, wir brauchen seine Tore.“

Vidal erzielt wichtige Tore

So wie vergangenes Wochenende im Supercup in Dortmund, als Vidal einer der besten Bayern-Spieler war und in der zweiten Halbzeit mit dem Treffer zum 1:0 den Sieg einleitete. Der „Krieger“ hatte sich zuvor schon gute Gelegenheiten herausgearbeitet, sein Drang zum Tor war einmal mehr bemerkenswert. Insgesamt war der 29-jährige Chilene seit seinem Wechsel von Juventus Turin vor einem Jahr in 49 Spielen an 20 Toren direkt beteiligt (acht Tore, zwölf Vorlagen). Eine gute Bilanz für einen zentralen Mittelfeldspieler.

Dort, in der Mitte des Spielfelds, hat Vidal seit der Rückrunde der vergangenen Saison die Chefrolle übernommen. Mit herausragenden Leistungen in den K.o.-Spielen stellte er den Spanier Thiago in den Schatten. Sogar sein ehemaliger Trainer Pep Guardiola, der laut Bayerns Kaderplaner Michael Reschke erst von Vidal überzeugt werden musste, schwärmte gegen Ende der Spielzeit von „King Arturo“, wie sich Vidal selbst in den sozialen Netzwerken nennt.

Aktuell ist der Copa-America-Sieger wichtiger denn je. Vor der Partie in Jena meldeten sich auch noch Thiago und Xabi Alonso wegen kleinerer Probleme ab. Neuzugang Renato Sanches fehlt weiter nach seiner Oberschenkelverletzung. Vidal hält die Zentrale fast allein zusammen – und schießt nebenbei die wichtigen Tore. Für einen wie ihn ist das gerade genug Arbeit.

„Wir haben jetzt alles: Wir sind hinten, im Mittelfeld und vorne stark“, sagte er kürzlich der „Bild“-Zeitung: „Ich glaube und hoffe sehr, dass es mit unserem neuen Trainer Ancelotti und der besten Mannschaft der Welt reicht, die Champions League zu gewinnen.“ Kleiner geht es nicht bei Vidal. Aber er ist eben ein Großer. Und im Moment wohl doch so etwas wie der Superstar des FC Bayern.

 

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