Bayern Verhungerte Sarah: Vater verweigert Aussage vor Gericht

Der Vater der gestorbenen Sarah wurde zu 13 Jahre Haft verurteilt Foto: Abendzeitung

NÜRNBERG - Sie wurde nur drei Jahre alt: Am Dienstag begann vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth der Prozess um den Hungertod des kleinen Mädchens. Der Vater verfolgt ohne jede Regung die Verlesung der Anklage.

 

Der für den Hungertod seiner dreijährigenTochter Sarah angeklagte Vater hat zum Prozessauftakt am Dienstagvor dem Landgericht Nürnberg-Fürth jede Aussage verweigert. DerLastwagenfahrer aus dem mittelfränkischen Thalmässin ist wegenMordes und Misshandlung von Schutzbefohlenen angeklagt. Über seinenAnwalt teilte der 30-Jährige mit, keine Erklärung abgeben zu wollen.Die Verlesung der Anklageschrift nahm er weitgehend regungslos hin.

Ihm wird vorgeworfen, Sarah gemeinsam mit seiner Frau ausGleichgültigkeit nicht ausreichend versorgt zu haben. LautAnklageschrift bekam das Kind spätestens ab Anfang April 2009 nichtmehr ausreichend zu essen. Ihre Eltern sollen sie in ihremGitterbett gelassen haben, um ihren eigenen Bedürfnissennachzugehen. Aus Verzweiflung hatte Sarah den Zellstoff ihrerWindeln gegessen.

Das Mädchen starb am 10. August 2009 auf etwa acht Kilogrammabgemagert in einer Nürnberger Klinik. Noch am selben Tag wurdenihre Eltern festgenommen. Das Verfahren gegen die 27-jährige Mutterwurde am Freitag vorübergehend eingestellt. Die schwerkranke Frauist laut Gutachter bis auf weiteres nicht verhandlungsfähig. Für den Prozess sind insgesamt sechs Verhandlungstage mit über 30Zeugen und Sachverständigen angesetzt. Ein Urteil wird für den 18.November erwartet.

dapd

 

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