Bayern-Trainer über Jugendarbeit Kovac: Plädoyer für Straßenfußballer

Seit Anfang des Monats ist Niko Kovac als Trainer an der Säbener Straße im Amt. Foto: firo/Augenklick

Niko Kovac vermisst "die großen Individualisten, die enge Spielsituationen überraschend lösen können oder beim Konter den Gegner einfach mal stehen lassen". Der Chefcoach des FC Bayern schlägt vor, das entsprechende Fachwissen "zu importieren". 

München - In der Diskussion um die Qualität des deutschen Fußballs fordert Niko Kovac ein Umdenken. "Es sollte in der Nachwuchsarbeit wieder mehr darauf geachtet werden, dass man im Fußball nicht nur Handwerker und Facharbeiter braucht, sondern auch Künstler", schrieb der Trainer des FC Bayern in seiner Kolumne für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

In Südamerika und im Mittelmeerraum gebe es "noch die Straßenfußballer, die Spaß daran hätten, einen Gegner zu veräppeln oder für die Galerie zu spielen. In Deutschland wird so etwas zu oft aberzogen", meint Kovac. Dabei gebe es auch im Land des Ex-Weltmeister "genügend Spieler mit der richtigen Einstellung, mannschaftsdienlich, kampfstark, taktisch hervorragend und auch am Ball gut ausgebildet". (Lesen Sie hier: Niko Kovac fehlt, Arjen Robben übernimmt)

Niko Kovac: "Ich kann nur weitergeben, was ich in mir trage"

Aber die "großen Individualisten, die enge Spielsituationen überraschend lösen können oder beim Konter den Gegner einfach mal stehen lassen", die würden fehlen. Deshalb müsse man Trainer finden, die in der Lage seien, den Kindern und Jugendlichen die entsprechenden Übungen vorzuführen, so der 46-Jährige weiter.

Kovac: "Das, glaube ich, liegt jedoch nicht in der DNA der allermeisten deutschen Trainer. Ich kann aber nur weitergeben, was ich in mir trage. Ob Liebe oder Geld oder die Leidenschaft für Dribblings und Kunststücke am Ball. Deshalb wäre es gut, dieses Fachwissen zu importieren."

 

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