Bayern-Talent in die NBA Ois Chicago! - Paul Zipser bei den Bulls

Wechselt vom FC Bayern Basketball in die NBA zu den Chicago Bulls:Paul Zipser. Foto: sampics/Augenklick

Mit Paul Zipser bei den Chicago Bulls spielt kommende Saison ein vierter Deutscher in der NBA. Für das Talent vom FC Bayern erfüllt sich ein Kindheitstraum.

München - So ganz erfüllt hat sich Paul Zipsers Kindheitstraum noch immer nicht. „Ich hatte leider nie ein Trikot, das ist mir irgendwie verwehrt geblieben“, erzählte der 22-Jährige, der als Jugendlicher vor allem für die Chicago Bulls und Basketball-Legende Michael Jordan geschwärmt hatte.

„Von Kobe, LeBron, Shaq und MJ hatte ich Poster im Zimmer“, verriet er und meinte damit die NBA-Stars Bryant, James, O’Neal und natürlich Jordan. Die Sache mit dem Chicago-Trikot dürfte sich nun ja erledigt haben – sollte man zumindest meinen. Schließlich war der (jetzt ehemalige) Flügelspieler des FC Bayern Basketball am Wochenende nach Chicago gereist und hatte dort einen Zweijahresvertrag bei den Bulls unterschrieben. „Die hatten da drüben keins in meiner Größe“, berichtete er gestern nach seiner Rückkehr nach Deutschland bei einer Pressekonferenz im Münchner Audi Dome und lachte.

„Im Moment hüpft mein Herz ein bisschen"

Dass sich Zipsers Trikot-Traum erfüllen wird, ist nun aber Gewissheit. Paul Viktor Louis Zipser, wie der 2,03-Mann mit vollem Namen heißt, wird in der kommenden Saison für die Bulls in der amerikanischen Profiliga spielen – neben Dirk Nowitzki (Dallas), Dennis Schröder (Atlanta) und Tibor Pleiß (Utah) als vierter Deutscher. „Alle drei haben mir geschrieben. Aber wir werden uns eh noch im Sommer sehen, Dirk will auch vorbeikommen“, verriet er. „Vielleicht fallen noch ein paar Tipps ab, aber ich bin jetzt auch nicht so auf der Suche. Ich schaffe das auch so“, sagte Zipser selbstbewusst und kündigte an, seinen „eigenen Weg gehen“ zu wollen.

Bevor das Abenteuer NBA endgültig für ihn beginnt, verbringt er den Sommer noch in Deutschland bei der Nationalmannschaft, mit der er sich ab Donnerstag auf die anstehende EM-Qualifikation vorbereitet. Er sei froh über „ein bisschen Ablenkung“, denn: „Im Moment hüpft mein Herz ein bisschen.“

Das tat es bereits als der gebürtige Heidelberger vom Interesse des ehemaligen Jordan-Klubs, der mit seinem Superstar in den 90ern sechs Meisterschaften gewann, an ihm erfuhr. „Das ist auf jeden Fall ein Riesen-Unterschied“, sagte Zipser und erinnerte sich an den Draft, wo er an 48. Stelle ausgewählt worden war: „Als ich in der Nacht gehört habe, es wird Chicago, habe ich gedacht: Okay, MJ war da, oh mein Gott!“ Ois Chicago eben! „Dieses Trikot sieht man überall, jeder läuft mit ner ChicagoBulls-Cap rum“, berichtete er von seinen ersten Eindrücken aus der Stadt, in der er ab Ende September gemeinsam mit seiner Freundin, leben wird: „Das ist schon etwas anderes.

Anders als in München, wo der Fußball die Nummer eins ist.“ Apropos: Javi Martínez, sein Vereinskollege der Fußballabteilung des FC Bayern und Basketballfan, habe ihm auch geschrieben „und ein paar Sachen gefragt", erzählte Zipser.

„Paul, wir werden dich zum NBA-Spieler machen“

„Das war immer mein Traum“, sagte der beste Nachwuchsspieler der vergangenen BBL-Saison noch. Aber NBA-Spieler sei man erst, „wenn man wirklich drüben spielt.“ Er werde versuchen, die „Riesen-Challenge, die größtmögliche im Sport, ohne Angst und Respekt“ anzugehen. „Ich werde alles geben und zeigen, wer den Platz verdient hat.“ Chancen auf Einsatzzeiten hat Zipser durchaus, da sich die Bulls im Umbruch befinden.

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Ex-MVP Derrick Rose und Joakim Noah wurden abgegeben, dafür kamen die Superstars Rajon Rondo und Dwyane Wade. „Er soll ein super Typ sein“, sagte Zipser über Wade, der auf der gleichen Position wie er spielt: „Ich kenne jeden Move, den er früher gemacht hat, habe jeden Dunk gesehen. Er kann viel an die jungen Spieler weitergeben.“

Zipser verriet noch, dass auch FCBB-Coach Svetislav Pesic und Geschäftsführer Marko Pesic ein Versprechen eingelöst haben. „Paul, wir werden dich zum NBA-Spieler machen“, hätten die Beiden nach seinem Wechsel vor vier Jahren nach München zu ihm gesagt: „Das haben wir jetzt geschafft.“

 

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