Bayern-Stürmer Gomez leidet: "Das tut weh"

Tor geschossen und trotzdem am Boden zerstört: Mario Gomez. Foto: norphoto

Bayerns Stürmer trifft für die Nationalelf gegen Australien, ist für die DFB-Fans aber weiter der Buhmann. Löw kontert Hoeneß-Kritik am Testspiel.

 

MÖNCHENGLADBACH - Es ist grotesk – selbst ein Treffer, ein technisch hochwertiger dazu, konnte Mario Gomez nicht retten. Nicht bewahren vor derben Pfiffen bei seiner Auswechslung im Test gegen Australien (1:2) in der 73. Minute. Als der Bayern-Stürmer leicht angeschlagen (verdrehte Kapsel im Fuß) vom Platz ging und mit Bundestrainer Joachim Löw abklatschte, grinste er. Reiner Galgenhumor.

Nach der Partie offenbarte der 25-Jährige, wie es in ihm aussieht. „Das tut weh, ist frustrierend. Ich bin in Top-Verfassung, vielleicht so gut wie noch nie”, sagte Gomez, dank seiner überragenden Torquote Deutschlands mit Abstand bester Torjäger in der Liga und in der Champions League. „Ich weiß auch nicht, was in den Leuten vorgeht, was sie veranlasst, mich auszupfeifen.” Beim 4:0 in Kaiserslautern hatte er schon bei seiner Einwechslung ein Pfeifkonzert ertragen müssen. „Es ist schwierig, das abzustreifen. Ich hatte dort noch keine Minute gespielt, wurde aber ausgepfiffen – da ist es schwierig, drei Tage später Topleistungen abzurufen. Ich bin topfit, aber im Kopf nicht voll da.” Und er trifft trotzdem. Zum 15. Mal im 43. DFB-Einsatz.

Seit seinem Slapstick-Fehlschuss bei der EM 2008 im letzten Gruppenspiel gegen Österreich, als er aus zwei Metern das leere Tor nicht traf, hat Gomez bei den Fans keine Lobby, „aber drei Jahre danach muss das ja mal vorbei sein”, sagte der Halb-Spanier. Recht hat er. Für die Fans ist es zum primitiven Spaß geworden, Gomez auszupfeifen, als müsse es auch in guten Zeiten stets einen Buhmann geben.

Und was sagt der Bundestrainer? Löw verteidigte seinen Stürmer, der am landauf landab beliebten Nur-Noch-DFB-Torjäger Miroslav Klose nicht vorbeikommt, weder im Sympathie- noch im Startelf-Ranking. „Mario hatte eine Phase in der Nationalelf, da ist vieles nicht gelaufen. Aber jetzt befindet er sich auf dem Weg, dass er regelmäßig trifft. Ich bin mit ihm zufrieden, absolut”, so der Bundestrainer.

„Mein großer Konkurrent ist Miroslav Klose”, sagte Gomez, „mein größter Konkurrent derzeit ein Teil der eigenen Fans. Es ist daher für mich in der Nationalmannschaft, speziell bei Heimspielen sehr schwierig.” Aufgeben will er nicht, dem nächsten Länderspiel – am 29. Mai gegen Uruguay in Sinsheim – wird er nicht gerade entgegen fiebern. Übrigens wieder ein Testspiel, über deren Sinn sich Bayern-Präsident Uli Hoeneß so echauffiert hatte. „Die Bayern werden 2012 in der EM-Vorbereitung ein Testspiel gegen die Niederlande (als Kompensation für die Robben-Verletzung während der WM, d.Red.) austragen. Da werde ich dann vielleicht auch mal fragen, ob das Sinn macht”, meinte Löw.

Für Gomez schon. Das Spiel findet in München statt. Ein echtes Heimspiel.

 

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