Bayern-Star über Weltfußballerwahl Arjen Robben: Im Kopf bei Ronaldo, im Herzen bei Ribéry

Franck Ribéry und Arjen Robben. Foto: dpa

Aufregung um Arjen Robben: Weil er in Holland sagt, er denke, der Weltfußballertitel gehe an Cristiano Ronaldo, wird ihm sofort fehlende Treue zu Franck Ribéry vorgeworfen. Das stellt Robben nun aber klar: "Ich hoffe zu 1000 Prozent, dass er gewinnt."

 

Amsterdam - Interessante Aussagen von Arjen Robben: In einem Interview mit der Zeitung "Voetbal International" hat der Mittelfeldspieler des FC Bayern München seinen Favoriten für die Wahl zum Weltfußballer des Jahres preisgegeben: Cristiano Ronaldo. Gegenüber dem deutschen "SID" rudert er jedoch in eine andere Richtung, favorisiert Franck Ribéry. Aber der Reihe nacht.

"Da es ein individueller Award ist, denke ich, dass es Ronaldo wird. Er verdient es", wurde Robben am Mittwoch von "Voetbal International" in den Niederlanden zitiert. Zur Wahl meinte Robben noch: "Es sind immer die gleichen, die übrig bleiben. Ronaldo, Messi - und nun stößt noch Ribery zu den zwei, was vollkommen verdient ist."

Ein Affront gegenüber seinem Bayern-Kollegen Ribéry, dass er Ronaldo favorisiert? Eher nicht, nur eine realisitsche Einschätzung. Am Donnerstag meinte der Niederländer dann zum deutschen "Sport-Informations-Dienst", dass er natürlich Ribéry die Daumen drücke: "Ich hoffe zu 1000 Prozent, dass er gewinnt. Ich drücke ihm die Daumen. Er hat ein Super-Jahr gespielt und hat es ganz klar verdient."

Ribéry habe beim Triple-Gewinn der Bayern eine "ganz wichtige Rolle gespielt".

Robben stellte klar, dass er selbst keinesfalls Ronaldo seine Stimme gegeben hätte: "Das stimmt nicht. Ich habe in einem Interview nur gesagt, dass seine Torquote und die Abhängigkeit von Real und der Nationalmannschaft von Ronaldo der Wahnsinn sind. Ich habe aber nie gesagt, dass ich ihn wählen würde." Er finde das "ein bisschen blöd", so interpretiert worden zu sein.

Wie dem auch sei - Robben wäre nicht der einzige Teamkollege Ribérys, der eher an Ronaldo als Weltfußballer glaubt: Vor Wochen hatte sich der französische Nationalspieler Mamadou Sakho für Ronaldo ausgesprochen. "Ich würde für Ronaldo stimmen", sagte der Abwehrspieler. "Er spielt auf höchstem Niveau, ist ein Top-Athlet und seine Statistiken sind beeindruckend. Klar würde mein Herz eher Ribéry wählen, aber die Zahlen lügen nicht." Ronaldo hat 2013 über 60 Tore erzielt, Ribéry nur knapp über 20.

Obwohl Robben selbst in der Endauswahl der 23 besten Profis der Welt landete, war dem Niederländer indes klar, dass er nicht den Ballon d'Or bekommen würde: "Diese Auszeichnung hatte ich nie im Kopf, auch wenn ich nominiert war."

Den Titel "Sportler des Jahres" in den Niederlanden verpasste Robben nun auch: Der ging an Turner Epke Zonderland ("Der fliegende Holländer"). "Ich verstehe nicht, warum ich nicht gewonnen habe - schließlich hat mir hier jeder gesagt, dass er für mich gestimmt hat", sagte der Bayer am Rande der Gala in Amsterdam.

Lag wahrscheinlich am Wahlmodus: Ins Endergebnis flossen zu 50 Prozent die Stimmen der niederländischen Sportler ein und zu 50 Prozent die einer Jury.

 

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