Bayern-Star nach Paris? Boateng will weg: Wegen fehlender Wertschätzung von Rummenigge

, aktualisiert am 09.08.2018 - 09:52 Uhr
Warum und wie kommt er ins Grübeln? Jérôme Boateng am Mittwoch im Trainingslager des FC Bayern am Tegernsee. Foto: imago/Sven Simon

Jérôme Boateng zieht es nach Paris. Beim FC Bayern fühlt sich der Verteidiger nicht wertgeschätzt. Doch Trainer Niko Kovac kämpft um den Nationalspieler.

München/Rottach-Egern - Als sich die Kollegen gerade warmgeschossen hatten beim Kantersieg (20:2) gegen Rottach-Egern, machte Jérôme Boateng Feierabend: Der Verteidiger des FC Bayern kam wie einige andere Profis des Meisters im Testspiel nicht zum Einsatz. Stattdessen absolvierte Boateng im Fitnesszelt Stabilisationsübungen. "Er hat ein bisschen Patellasehne", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic auf AZ-Nachfrage. Vormittags hatte Boateng aber mit vollem Einsatz trainiert. (Hier finden Sie alle Infos zum FCB-Trainingslager am Tegernsee)

Wurde Boateng - wie jüngst schon Arturo Vidal - geschont, um einen möglichen Wechsel nicht zu gefährden? Salihamidzic vermied jegliches Bekenntnis zu Boateng. "Darüber rede ich nicht", erklärte er. Die Zeichen stehen auf Abschied beim Abwehrstar – auch wenn ein Last-Minute-Wechsel nach England unwahrscheinlich ist. Bereits am Donnerstagabend um 18 Uhr schließt das Transferfenster in der Premier League.

Nur bei einem gigantischen Angebot und Jahresgehalt, so ist aus Boatengs Umfeld zu hören, würde der 29-Jährige vielleicht schwach werden. Und dann müsste natürlich noch Bayern bei der Ablöse mitspielen.

Boateng: Auch der FC Arsenal soll interessiert sein

Manchester United ist definitiv aus dem Rennen. Wie die AZ erfuhr, hörten sich Boateng und sein Berater Christian Nerlinger die Ideen der Engländer zwar mal an, doch letztlich entschied sich Boateng gegen einen Wechsel – und sagte United-Trainer José Mourinho in einem persönlichen Telefonat ab. Zunächst hatten "Bild" und "Sport Bild" über dieses Gespräch berichtet.

Nach AZ-Informationen soll das Angebot des Manchester-Klubs allerdings über den kolportierten 25 Millionen Euro gelegen haben. Bayern verlangt etwa 50 Millionen Ablöse für Boateng. Aus England soll außerdem der FC Arsenal an Boateng interessiert sein.

Boateng kennt die Premier League aus seiner Zeit bei Manchester City (2010/11), schätzt die intensive Spielweise in England. Doch die Tendenz des Verteidigers geht eher in Richtung Paris. Die französische Metropole würde Boateng deutlich mehr Glamour bieten als Manchester – und das ist ihm durchaus wichtig. Schon seit einigen Jahren versucht Boateng, sich als internationale Marke aufzubauen, mit US-Rapper Jay-Z hat er einen Weltstar an seiner Seite, der ihn berät. (Hier finden Sie alle Gerüchte im Transfer-Blog)

Boateng: Paris würde gut zu ihm passen

Paris ist eine Stadt, die zu Boateng passen würde – auch sportlich. Ein Team mit Superstars wie Neymar oder Frankreichs Weltmeister Kylian Mbappé, attraktiver Offensivfußball, dazu der neue Trainer Thomas Tuchel, der großer Fan von Boateng ist und sich im Mai bereits mit dem Abwehr-Star getroffen hat: Paris Saint-Germain, der Champions-League-Sieg-Aspirant, ist nun Favorit auf eine Boateng-Verpflichtung.

Medien: Verhandlungen zwischen Boateng und PSG beginnen

Medienberichten zufolge nimmt der Wechsel von Boateng zu PSG jetzt auch konkretere Formen an: Demnach sollen am Donnerstag die Verhandlungen zwischen dem Weltmeister von 2014 und den Franzosen beginnen.

Problem aus Sicht der Franzosen: Wegen der Auflagen des Financial Fairplay müssen sie erst Geld einnehmen, bevor sie welches für Boateng ausgeben dürfen. Aber das sollte bis Ende August möglich sein.

Boateng: Kovac kämpft um seinen Verbleib

Beim FC Bayern kämpft aktuell vor allem Niko Kovac um einen Boateng-Verbleib. Der Coach suchte im Trainingslager am Tegernsee das Gespräch mit dem Weltmeister, sicherte ihm seine Unterstützung zu. Auch einige Spieler wie Franck Ribéry wünschen sich Boatengs Verbleib. Die Klubführung hingegen würde den Verteidiger gern verkaufen. Besonders Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, der Boateng einst geraten hatte, "back to earth" zu kommen, ließ zuletzt kaum eine Gelegenheit aus, den Spieler ins Schaufenster zu stellen – trotz eines Vertrags bis 2021.

Neben Trainer Niko Kovac sprechen sich zwei Kollegen nachhaltig für einen Verbleib des Weltmeisters beim FC Bayern aus.

Es soll Boateng zudem missfallen, dass der junge Niklas Süle (22) bei Bayern bereits als gleichwertiger Ersatz eingestuft wird, obwohl ihm noch Erfahrung fehlt.

Am Dienstag, beim Grillabend in Bad Wiessee auf Einladung von Präsident Uli Hoeneß, gaben sich Boateng und Rummenigge die Hand – so kurz, wie es überhaupt nur geht.

Nach AZ-Informationen will Boateng Bayern verlassen, weil ihm die Wertschätzung und das Vertrauen genau einer Person fehlt – Rummenigge.

 

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