Bayern-Sportdirektor im ZDF-Sportstudio Sammer will feiern: Rotwein mit Hoeneß!

Aktuelles Sportstudio im ZDF: Matthias Sammer im Interview Foto: ZDF

Der Sport-Vorstand über seine erste Meisterschaft mit Bayern, die gebremsten Feiern und die nächsten "zehn, 15 Jahre beim FC Bayern"

 

MAINZ Ob er sich sicher sei, dass die Mannschaft in München jetzt nicht doch feiere, während er in Mainz sitzt (und nicht eingreifen kann), wollte Sportstudio-Moderator Sven Voss eingangs von Matthias Sammer wissen. "Deshalb bin ich ja hier", sagte der Sportdirektor, der auch am Tag der Meisterschaft weiter sein Image als  Spaßbremse kultivierte - wohl aber im Angesicht seiner ersten Meisterschaft mit dem FC Bayern sich selbst doch ein Augenzwinkern gestattete. Sammer im "ZDF-Sportstudio" über:

... sein Gefühl, erstmals Meister mit dem FC Bayern zu sein: "So richtig weiß ich das noch gar nicht. Der Schiedsrichter hat irgendwann abgepfiffen, da waren wir Meister. Aber es ist unbeschreiblich schön, und wir sind sehr glücklich."

... Glückwunschnachrichten: "Was bei mir auf dem Handy ist, ist wurscht."

... die Momente des Jubels nach Abpfiff auf dem Frankfurter Rasen (ohne ihn): "Ich war in der Kabine. Der Titel gehört der Mannschaft und dem Trainerstab, den Physios, den Ärzten. Die müssen im Mittelpunkt stehen, ich muss da nicht mit rumhüpfen. Das wäre auch nicht so gut für mein Knie. Jupp Heynckes hat ja schon ein künstliches."

... die Gefühle der anderen: "Wenn man sieht, wie Herrmann Gerland die Tränen im Auge hat, dann ist das schon das Schönste."

... die gebremsten Feierlichkeiten: Es geht einzig und allein darum, welches Nieveau diese Mannschaft erreicht. Ich bin ja noch nicht so lange da, aber wenn man die Spieler seht: Mir geht schon das Herz auf. Aber wir haben ja noch die Möglichkeit, noch mehr zu erreichen. Wir müssen uns fragen: Ist es das? Reicht das schon? Oder wollen wir mehr? Wenn wir mehr wollen, dürfen wir nicht die Sau rauslassen. Sonst könnte das in Turin in die Hose gehen. Feiern können wir doch immer noch." 

... das Champions-League-Rückspiel in Turin: "Wir wollen mehr. Die Leistung von heute wird nicht reichen am Mittwoch in Turin. Wir müssen dahin fahren und gewinnen wollen. Ja, wir wollen da gewinnen.

... die Gründe des Erfolgs in dieser Saison: "Der Vorstand hat richtig reagiert und den Kader in der Breite verstärkt. Jupp Heynckes hat die Zügel von Beginn an richtig in der Hand gehabt. Und dann haben wir hart gearbeitet - und das ist dann das Produkt, wo wir heute sind."

...die insgesamt nur 13 Bundesliga-Gegentore: "Mir waren auch ein paar egal - das hätten Sie jetzt nicht gedacht, oder?"

... seinen Anteil am Titel: "Das ist doch völlig uninteressant. Der FC Bayern hat in der Vereinsstruktur richtig starke Persönlichkeiten. Es geht einzig und alleine darum, diesem Klub zu dienen. Und dass das Gebilde harmonisch geschützt wird - von außen und manchmal auch von innen. Nochmal: Mein Anteil ist völlig uninteressant, darüber werden Sie von mir nichts hören."

...warum er dann geholt wurde: "Die brauchten einen." 

... die neue Saison: "Wir werden eine Super-Mannschaft haben."  

... seine Ratgeber: "Man ist ja geprägt von der Familie. Mein Vater, meine Mutter. Aber auch meine Frau, die ja in letzter Zeit viel zu entbehren hatte. Und vor allem mit Uli Hoeneß gibt es auch sehr gute Gespräche." 

Präsident Uli Hoeneß übrigens plant offenbar die Zukunft des FC Bayern langfristig mit Matthias Sammer. Der "müsse auch mal fünf gerade sein lassen können", sagte Hoeneß im ZDF-Sportstudio, "und das Feiern lernen. Er hat ja noch nicht so viel gewonnen beim FC Bayern. Aber er hat ja noch Zeit das zu lernen, zehn, 15 Jahre." Klingt ganz so, als wolle der Aufsichtsrats-Boss dem Sport-Vorstand einen Rentenvertrag anbieten. Sammer später dazu: "Ich will ja nicht nur einmal die Champions League gewinnen. Deshalb muss der Uli da noch mehr drauf legen als die 10, 15 Jahre."

Und was sagt Sammer dazu, dass er das Feiern noch lernen müsse?  "Der Uli muss mich auch mal einladen, mit nem guten Rotwein. Der muss mal vorbeikommen, mit einem richtig guten Wein, das hat er noch nicht gemacht."

 

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