Nicht-Nominierung für die WM Großer Rückschlag: Sandro Wagners verwehrter Traum

Bei Darmstadt und Hoffenheim kämpfte er sich nach oben, beim FC Bayern lebt er seinen Traum. In der Nationalelf bleibt Sandro Wagners Traum unerfüllt. Foto: Augenklick/Rauchensteiner, imago/deFodi/Team/Eibner

Nach der Nicht-Nominierung für die WM in Russland hat Sandro Wagner seinen Rückritt aus der Nationalmannschaft angekündigt. Ein großer Rückschlag für den Stürmer, der sich zuletzt bis fast nach ganz oben gekämpft hatte.

München - Sandro Wagner: das ist Leidenschaft pur, Emotionen pur und darauf folgend auch Konsequenz pur. Der 30-jährige Stürmer des FC Bayern trat nach seiner Nicht-Nominierung für die WM in Russland aus der Nationalmannschaft zurück. Das zeigt: Wagner ist kein Mann für halbe Sachen. Das war er noch nie. In den vergangenen Jahren ging seine All-In-Strategie auf.

Der bisherige Höhepunkt: Der Wechsel zum FC Bayern im Winter. Seitdem ist er ein ernstzunehmender Sturmkollege von Robert Lewandowski. Sein Weg dahin beinhaltete viele Stolpersteine, Höhenmeter, unliebsame Pausen und Regenwetter. Nach seiner Ausbildung und seinem Debüt beim FC Bayern wechselte er zum MSV Duisburg, nachdem er sich im Profikader der Münchner nicht durchsetzen konnte. 

Wagners Frustration in Bremen und Berlin

Es folgte eine frustrierende Zeit beim SV Werder Bremen, wo er unter Trainer Thomas Schaaf zwischenzeitlich sogar in die zweite Mannschaft beordert und später zum 1. FC Kaiserslautern weiterverliehen wurde. Im Hinterkopf hatte der Angreifer stets den Traum, eines Tages zum FC Bayern zurückzukehren. Das bestätigte er nach seiner Rückkehr im Winter: "Es ist ein absoluter Traum, wieder zu Hause bei Bayern München zu sein", sagte er damals in der "Sport Bild"

Nach seiner nicht optimalen Zeit in Bremen folgte eine noch düstere in Berlin, wo er unter Pal Dardai einen wirklich schweren Stand hatte. Der Coach ließ ihn im Training am Rand des Trainingsplatzes Bälle in das leere Tor schießen. Für den gebürtigen Münchner nicht mehr tragbar. Er wollte Einsatzzeit. Und wechselte deswegen zum SV Darmstadt 98. 

Kehrtwende in Darmstadt – der Bayern-Traum lebt

Die "Lilien" hauchten wieder Leben in die Karriere des Sandro Wagner, machten ihn zum Helden des Klassenerhalts 2016, zu dem er mit 14 Toren in 32 Spielen entscheidend beitrug. Nach einem Jahr ging der Exzentriker zur TSG 1899 Hoffenheim. Von da an nahm sein Traum wieder Gestalt an. Wagner war Stammspieler, Torjäger, gestandener Bundesliga-Profi. 

Er wurde für Joachim Löw interessant und debütierte am 6. Juni 2017 im DFB-Dress. Ein zweiter Traum nahm Gestalt an: die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Russland. "Mein Traum wäre, dass ich hier auf meine Einsatzminuten komme und auf den WM-Zug aufspringe", sagte der 30-Jährige noch im Winter. 

Die Meinung von Bundestrainer Jogi Löw zählte für Wagner. "Mit dem Bundestrainer war alles abgesprochen. Seine Meinung ist mir sehr wichtig", sagte Wagner vor etwa einem halben Jahr nach seinem Transfer zum FC Bayern. Wagner erfüllte sich mithilfe des Bundestrainers den Traum vom FC Bayern. Eine Symbiose also. Eine ungleiche, wie sich schließlich herausstellte. 

Ehrlichkeit der Grund für das WM-Aus?

Seine All-In-Strategie beinhaltet auch sein direktes und stets ehrliches Mundwerk, das ihn in München gar zu einem der Fanlieblinge machte. Bei Joachim Löw kam das offenbar nicht so gut an. 

"Für mich ist klar, dass ich mit meiner Art, immer offen, ehrlich und direkt Dinge anzusprechen, anscheinend nicht mit dem Trainerteam zusammenpasse", sagte Wagner der "Bild". Das hat zur Folge, dass Wagner nach nur acht Länderspielen seine Nationalmannschaftskarriere beendet. 

Sein großer Traum von einer Rückkehr ist erfolgt. Eine beeindruckende Rückrunde mit acht Bundesligatoren stehen zu Buche. Für das i-Tüpfelchen reichte es nicht. Dafür wahrt Wagner die Glaubwürdigkeit. (AZ-Kommentar: Sandro Wagner beweist mit Rücktritt Riesen-Charakter)

 

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