Abensberg (dpa/lby) - Knapp sechs Wochen vor der Landtagswahl hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die versammelte politische Konkurrenz mit Kritik und Spott überzogen. Über die SPD wolle er eigentlich gar nichts sagen, spottete er am Montag auf dem Gillamoos-Volksfest im niederbayerischen Abensberg. "Bedrohte Arten werden von der Bejagung verschont, bis sie sich wieder erholt haben."

Insgesamt nannte er die Opposition "destruktiv oder anbiedernd". "Das einzige, was die wollen, sind Dienstwägen und Ministerämter", sagte er unter anderem mit Blick auf die Freien Wähler. Die Grünen stünden für Bevormundung, Fahrverbote, unbegrenzte Zuwanderung, unbegrenzte Steuern, kritisierte er. Und beim Thema Integration und Zuwanderung sei die Geschichte der Grünen "ein einziger großer historischer Irrtum". Über die FDP sagte Söder mit Blick auf das Scheitern der Jamaika-Gespräche: "Wer sich in Berlin nicht traut, kann sich nicht in Bayern an den gedeckten Tisch setzen wollen - das geht nicht."

In der Vergangenheit haben sowohl Freie Wähler und FDP als auch die Grünen erklärt, nach der Landtagswahl am 14. Oktober regieren zu wollen - also mit der CSU. Die wird nach allen aktuellen Umfragen künftig auf mindestens einen Koalitionspartner angewiesen sein. Die Grünen liegen derzeit auf Rang zwei hinter der CSU, die SPD schwächelt. Sollte es neben den Freien Wählern die FDP in den Landtag schaffen, wären dort künftig sechs Parteien vertreten - inklusive der AfD, die Söder in seiner Rede zuvor scharf attackiert hatte.