Bayern Sebastian Frankenberger: Erstmal tief durchschnaufen

Sebastian Frankenberger Foto: dpa

MÜNCHEN - Über ein Jahr lang investierte er viel Zeit und Geld in das Vorhaben. Jetzt feiert der 28-jährige Sebastian Frankenberger mit seiner Anti-Rauch-Initiative in ganz Bayern einen triumphalen Sieg. Nur in seiner Heimat Passau nicht. „Dort kennt man mich zu gut“, sagt er.

 

Auf Sebastian Frankenbergers Stirn zeichnen sich ein paar Schweißtropfen ab, sein Gesicht ist gerötet. Dann holt er tief Luft und atmet kräftig aus. Er grinst, er hat es geschafft. Der 28-Jährige aus Passau, Erfinder und Organisator des bayerischen Nichtrauchervolksbegehrens, ist am Ziel angekommen. Bayern hat sich für ein deutliches Ja entschieden, ein Ja zum absoluten Rauchverbot. Ab 1. August darf in Gaststätten und Festzelten nicht mehr geraucht werden.

Frankenberger scheint gespürt zu haben, dass sich die Mehrheit für ein Verbot aussprechen wird. „Wir gewinnen mit 60 zu 40 Prozent“, orakelt er siegessicher, bevor die ersten Ergebnisse präsentiert werden. Damit liegt er ziemlich richtig. Im Stemmerhof in Sendling, wo sich Initiatoren, Befürworter und Unterstützer am Sonntag zur Wahlparty treffen, trudeln schnell die ersten Zahlen ein. Und sie sind eindeutig.

Immer wieder klatschen die Rauchgegner, als neue Top-Ergebnisse auf der Leinwand erscheinen. Weiden: 63 Prozent, Aschaffenburg: 71, Erlangen: 73. Der Jubel nimmt kein Ende. „Das Ergebnis ist deshalb so gut, weil das Volk entschieden hat“, sagt Frankenberger. Auch mit einem negativen Ausgang wäre er zufrieden gewesen. „Das wäre auch in Ordnung, solange es der Wille der Mehrheit ist.“

Nervös war der 28-Jährige nicht mehr. Obwohl er fürchtete, dass viele Familien bei dem schönen Wetter den Tag lieber draußen verbringen wollen, als einen Abstecher ins Wahllokal zu unternehmen.

Hinter Frankenberger liegen anstrengende Zeiten. Über ein Jahr lang investierte er viel Zeit und Geld in das Vorhaben. „Deshalb muss ich jetzt auch ganz dringend Geld verdienen", sagt er. Auch persönliche Anfeindungen musste er über sich ergehen lassen. „Wenn sie von Bekannten kamen, hat mich das schon nachdenklich gemacht.“

Von seinem Weg abbringen, konnte ihn das trotzdem nicht. Viele Gegner des Rauchverbots plädierten für die Entscheidungsfreiheit der Einzelnen. Aber dem hat der Initiator sofort Argumente entgegenzusetzen. „Der Staat hat Pflichten“, sagt er, „und ein absolutes Rauchverbot ist vergleichbar mit einer Anschnallpflicht.“

Nur eines trübt an diesem Abend Frankenbergers Triumph: Ausgerechnet in seiner Heimatstadt Passau geht die Entscheidung denkbar knapp aus. Nur knapp über 50 Prozent stimmen dort mit Ja. „Meine Person polarisiert da so stark, da werden sich viele gesagt haben, der Frankenberger muss nicht immer gewinnen.“

Verena Duregger

 

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