Bayern Schülerin missbraucht und getötet:DNA-Tests im Dorf

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THERES - Hunderte DNA-Tests: Gut 39 Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer elfjährigen Schülerin bei Theres (Landkreis Haßberge) hat am Donnerstag erneut die Suche nach dem Täter begonnen.

 

Zu einerDNA-Reihenuntersuchung sollen in den kommenden Tagen etwa 100 Männerins historische Rathaus im Ortsteil Obertheres kommen. „Die müssenhier Speichelproben abgeben“, erklärte Polizeisprecher Karl-HeinzSchmitt. Zudem würden Fingerabdrücke genommen. Der Massen-Gentest istder größte in der Region, seitdem DNA-Analysen möglich sind.

Das Mädchen war zuletzt am 17. Mai 1971 an einem Baggersee beiObertheres lebend gesehen worden. Zwei Tage später wurde seine Leichein einem Gebüsch in der Nähe entdeckt. Wie sich herausstellte, wardie Elfjährige sexuell missbraucht worden.

Nach dem Verbrechen hatte die Polizei die Personalien derBadegäste notiert. Anhand dieser Daten seien nun alle Männerermittelt worden, die zum Tatzeitpunkt mindestens 14 Jahre altgewesen sind, sagte Schmitt. Etwa 20 davon seien bereits gestorben,die restlichen rund 100 – darunter auch Männer aus dem persönlichenUmfeld der Schülerin – hätten Vorladungen für die Abgabe der Probenerhalten. „Bisher hat keiner gesagt, dass er nicht kommt“, sagteder Sprecher. Andernfalls müsste die Polizei weitere Ermittlungenaufnehmen.

Alle 15 Minuten mussten am Donnerstag die geladenen MännerDNA-Proben abgeben. Diese sollen vom bayerischen Landeskriminalamtausgewertet werden. Ergebnisse wird es wohl erst in einigen Wochengeben. Der genetische Fingerabdruck der Männer wird mit den Spurenverglichen, die damals an der Kleidung des Mädchens gefunden wordenwaren.

Ein Abgleich der Proben mit denen in einer bundesweitenDNA-Datenbank hatte zuletzt keine Hinweise auf den möglichen Tätererbracht – daher nun die Reihenuntersuchung in dem unterfränkischenDorf. Die genommenen DNA-Proben und daraus resultierende Daten sollensofort vernichtet werden, falls sich keine Übereinstimmungen mit denSpuren an der Kleidung der Schülerin ergeben.

Bereits aus winzigen Spuren mit Erbinformationen wie Blut oderSpeichel können Experten den genetischen Fingerabdruck eines Menschenerstellen und mit Tatortspuren abgleichen. Bei der Spurenanalysewerden bestimmte Teile der Erbsubstanz DNA (Desoxyribonukleinsäure)untersucht, die in allen menschlichen Zellen enthalten ist. Damitkann die Identität eines Menschen nahezu sicher festgestellt werden.

Mit Hilfe von DNA-Spuren sind schon oft Mörder 20 und mehr Jahrenach ihren Verbrechen gefasst worden. Im April 2008 etwa klärte diePolizei nach mehr als 23 Jahren die Ermordung einer wohlhabendenAntiquitätenhändlerin in München auf. Ein Züricher Bankdirektor hattenach Polizeiangaben seine Kundin im August 1985 getötet, um zuvertuschen, dass er ihr Vermögen unterschlagen hat.

dpa

 

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