Bayern Schloss weggegeben: Guttenberg enteignet

Karl-Theodor zu Guttenberg Foto: dpa

GUTTENBERG - Das imposante Schloss der Familie Guttenberg wurde in einer österreichische Stiftung übertragen. Minister Karl-Theodor zu Guttenberg verzichtet und lebt weiter in einem eigenen Haus.

Herrschaftlich imposant liegt das Schloss Guttenberg über dem kleinen oberfränkischen Flecken Guttenberg. 25 Kilometer von Bayreuth entfernt. Es ist der Familiensitz der zu Guttenbergs – des Dirigenten Enoch und des Bundeswirtschaftsministers und neuen CSU Stars Karl-Theodor. Oder war: Denn jetzt haben sich die „Reichsfreiherrn“ selbst „enteignet“ und das malerische Schloss in einen österreichische Stiftung eingebracht.

So haben die Guttenbergs nach Informationen des „Spiegel“ ihr Anwesen im Landkreis Kulmbach einer eigens dafür gegründeten Stiftung übertragen. Um die Erbschaftsteuer gehe es dabei angeblich nicht, sondern um den Schutz des Schlosses als Kulturgut.

Die Familie von CSU-Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat das Schloss der Dynastie in Oberfranken in eine österreichische Privatstiftung verlagert. Das Anwesen samt Inventar sowie die Forstbetriebe liegen seit kurzem im Eigentum der Stiftung, die Ministerbruder Philipp zu Guttenberg 2008 in seinem Wohnort im österreichischen Radmer gegründet hatte.

„Mit dieser Stiftung haben wir uns selber enteignet“, sagte Philipp zu Guttenberg dem „Spiegel“. Es sei das Ziel, den Kern des Vermögens auch im Fall von Erbstreitigkeiten zu erhalten. Das Schloss solle als Kulturgut „vor den erbrechtlichen Unwägbarkeiten in Deutschland geschützt werden“, so Philipp zu Guttenberg. „Erbschaftsteuerliche Überlegungen spielen dabei keine Rolle.“

Den amtierenden Wirtschaftsminister betrifft die Stiftung nicht: Schon vor Jahren seien Teile des Vermögens offenbar unter den Brüdern aufgeteilt worden. Schloss, Immobilien und Unternehmen gingen an den Ministerbruder. Auf Vermögenswerte, die sein Vater Enoch zu Guttenberg in die Stiftung einbringe, habe Karl-Theodor bereits „vorweg verzichtet“, heißt es im Wirtschaftsministerium. „KT“lebt in einem zweistöckigen Wohnhaus in dem 600-Seelen-Dorf.

 

0 Kommentare