Bayern Säugling totgeschlagen - Urteil kommt vor den BGH

Die 22-jährige Mutter Melanie F. auf dem Weg zum Gerichtssaal im Landgericht Bayreuth Foto: dapd

BAYREUTH - Vor dem Landgericht Bayreuth hatte die 22-jährige Melanie F. gestanden, dass sie ihre sieben Tage junge Tochter Amelie erschlagen hat. Gegen das Urteil hat die Verteidigung jetzt Revision eingelegt.

 

Der gewaltsame Tod eines sieben Tage alten Babysaus Pegnitz in Oberfranken beschäftigt den Bundesgerichtshof (BGH).

Die Verteidigung der wegen Totschlags, schwerer Körperverletzung undMisshandlung von Schutzbefohlenen zu sechs Jahren Jugendhaftverurteilten Mutter des Kindes habe gegen das Urteil Revisioneingelegt, sagte die Pressesprecherin des Landgerichts Bayreuth amMontag auf Anfrage. Der BGH muss nun die Rechtssprechung prüfen undden Fall gegebenenfalls neu verhandeln lassen.

Die 22-jährige Mutter Melanie F. war vom Landgericht Bayreuth am13. Dezember verurteilt worden. Sie hatte zugegeben, im November2008 ihren zwei Tage alten Sohn Raphael so stark geschüttelt zuhaben, dass er eine Hirnblutung erlitt und seitdem ein100-prozentiger Pflegefall ist. Zudem gestand sie, im Oktober 2009ihre sieben Tage alte Tochter Amelie erschlagen zu haben.

In beidenFällen gab sie als Motiv Überforderung an. Sie habe vergeblichversucht, ihre weinenden Kinder ruhig zu stellen.

Die Staatsanwaltschaft hatte für die 22-Jährige achteinhalb JahreHaft gefordert, die Verteidigung wegen fahrlässiger schwererKörperverletzung und Körperverletzung mit Todesfolge vier Jahre.

DieAnwälte der jungen Frau stützten sich dabei auf ein psychiatrischesGutachten, das ihrer Mandantin eine weit unterdurchschnittlicheIntelligenz und erhebliche Reiferückstände bescheinigt hatte. Diejunge Frau habe daher die Konsequenzen ihres Tuns nicht absehenkönnen, argumentierten sie.

dapd

 

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