Bayern-Niederlage gegen Real 0:4 - Madrid schießt Bayern aus der Allianz Arena

Das war nix! Der FC Bayern geht im Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid mit 0:4 unter - und scheidet aus der Königsklasse aus.

 

München – Der bitterste Abend in der Allianz Arena seit dem „Finale dahoam“ gegen den FC Chelsea vor zwei Jahren. 0:4 gegen Real Madrid: Aus der Traum von der Titelverteidigung in der Champions League. Die höchste Bayern-Heimniederlage im Europapokal. Hölle dahoam! Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge: „Das war zu wenig Leidenschaft. Wir haben unsere Grenzen aufgezeigt bekommen.“

Somit wird die zunächst so verheißungsvoll laufende Bayern-Saison nicht beim Königsklassenfinale am 24.Mai enden, sondern schon eine Woche zuvor: beim DFB-Pokalfinale gegen Dortmund. Ob es nach dem Triple im Vorjahr nun noch zum Double reicht? Rummenigge: „Wir müssen jetzt schnell unsere Wunden lecken.“

Die Hölle hatte Rummenigge den Gästen versprochen, und auch die Fans gaben vor dem Anpfiff alles, sangen „Highway to hell“ und „Hölle, Hölle, Hölle“ – allein: Es nutzte nichts. „Die Hölle, das sind die anderen“ – eine Weisheit aus Jean-Paul Sartres Theaterstück „Huis clos“. 70 Jahre ist dieser verzweifelte Satz alt, aber selten war er so wahr wie an diesem für den FC Ruhmreich so bitteren Abend. Die Hölle, das war Real Madrid.

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Ohne Götze und Martinez wollte Guardiola das 0:1 aus dem Hinspiel tilgen, doch anders als in Madrid war es diesmal Reals Star-Ensemble, das das Geschehen bestimmte. Schon vor dem ersten Eckball in Minute 15 beschlich manchen Bayern-Fan ein ungutes Gefühl. Und als die Ecke von Luka Modric in den Bayern-Strafraum gesegelt kam, Sergio Ramos mit Abstand am höchsten zum Kopfball stieg und die Kugel an Manuel Neuer vorbei ins Netz wuchtete, da begann die Hoffnung aufs Finale schon zu sterben.

Viereinhalb Minuten später setzte es den nächsten Todesstoß. Diesmal nutzte Ramos, beim legendären Halbfinale vor zwei Jahren noch weltweit verhöhnter Elfmeterfehlschütze, eine Freistoßflanke von Angel di María zu seinem nächsten Kopfball: zum 0:2. In den neun Champions-League-Spielen zuvor hatte er keinen einzigen Treffer erzielt – und nun zwei innerhalb von fünf Minuten. Zwei Treffer, die Bayern sehr weh taten. Vor der Partie hatte Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer gewohnt pathetisch gefordert: „Heute müssen die Spanier spüren, dass die Deutschen mit Herz und Leidenschaft in dieses Finale wollen.“ Nun, auch ohne bei den Spanier nachgefragt zu haben: Sie dürften in diesen denkwürdigen 90 Minuten recht wenig deutsches Herz und Leidenschaft gespürt haben. Dafür lagen bei so manchem Bayern-Profi die Nerven blank: Mario Mandzukic gab sich wie immer temperamentvoll, und Franck Ribéry versetzte dem Madrilenen Daniel Carvajal so eine Ohrfeige, dass man in der Zeitlupe die Schweißtropfen von der Wange fliegen sah.

Als Weckruf für die Kollegen taugte diese Frust-Tätlichkeit jedoch nicht, im Gegenteil. In Minute 34 fuhren die Gäste mal wieder einen ihrer gefürchteten BBC-Konter: Bale, Benzema, Cristinao Ronaldo, und es hieß 0:3 – der 15.Champions-League-Treffer des Weltfußballers: Rekord. Guardiola brachte Martinez für Mandzukic und später Pizarro und Götze für Ribéry und Müller, jedoch ohne Wirkung zu erzielen. Das gelang dann wieder Ronaldo in der 89.Minute mit der ultimativen Demütigung. Beim Freistoß zum 0:4 sprang die komplette Bayern-Mauer hoch, doch Ronaldo schoss flach ein.

Rummenigge hatte nach dem Hinspiel nicht nur die „Hölle“ prophezeit, sondern auch geweissagt, beim Rückspiel werde der „Baum brennen“. Er hat ungewollt Wort gehalten.

 

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