Bayern nach dem 1:2 November-Blues? Bloß nicht noch mal!

Einer der Antreiber beim 1:2 gegen Leverkusen: Claudio Pizarro bereitete nach seiner Einwechslung den Ausgleich vor. Foto: AZ Sportredaktion

Führt die erste Niederlage zu November-Blues wie 2011? In der AZ erklären Spieler wie Müller und Robben sowie Experten wie Matthäus und Helmer, warum den Bayern das kein zweites Mal passiert

 

MÜNCHEN Wäre ja gelacht. Gerade bei Thomas Müller. Wenn der mal nicht grinst, müssen die Bayern schon ein Champions-League-Finale verloren haben. Und so sprach der 23-Jährige am Tag nach dem 1:2 gegen Leverkusen, der ersten Liga-Pleite der Saison: „Es ging schon besser. Aber: Wir leben noch.”
Die Frage ist jedoch: Kränkeln sie etwas? Hat ihnen die unglückliche, teils slapstick-artige Niederlage mehr als einen Magenschwinger versetzt? Bleiben Folgeschäden?

„Es ist nicht so, dass der Fußballgott oder irgendwelche Feen das Spiel entschieden hätten”, meinte Müller. Eben. Sie waren es selbst. Daher glaubt er: „Ich denke nicht, dass das große Unsicherheit reinbringt.” Seine Botschaft lautete: Es soll ihnen ja keiner eine ähnliche Talfahrt samt großzügigem Verschenken eines Vorsprungs einreden. Die Mannschaft werde ab jetzt „Druck kriegen, damit muss sie umgehen”, hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Sonntagabend gesagt und die Frage aufgeworfen, ob es wieder heißt: Angst essen Punkte auf? „Wir müssen jetzt zeigen, dass wir mit dem Druck besser umgehen können als im letzten Jahr zum selben Zeitpunkt. Der November 2011 war auch kein guter Monat.”

Der November 2012 soll den Gegenbeweis erbringen. Als Wortführer der Lernwilligen schwang sich Rückkehrer Arjen Robben auf: „Wir müssen vom letzten Jahr lernen. Das muss ein Wake-up-Call sein. Wir müssen uns sagen: 'Jetzt ist Schluss!' Es kann nicht sein, dass wir jetzt wieder viele Punkte verlieren, so dass die anderen an uns heran kommen.” Letztes Jahr waren es acht auf Borussia Dortmund, aktuell liegt man noch vier vor Schalke (und neun vor dem BVB). „Wir lassen uns jetzt nicht aus der Bahn werfen”, meinte Müller cool, „die Mannschaft sei „gefestigter und stärker” als noch vor einem Jahr. Robben riet, man müsse „hellwach sein” und schlug vor, „jetzt wieder eine Serie zu starten”. Am Mittwoch in der Zweiten Runde des DFB-Pokals (20.30 Uhr, Sky live) und am Samstag beim HSV wollen die Bayern zeigen: Diesmal nicht!

Es spricht einiges dafür. Das sehen auch die Experten so, der November-Blues ’12 soll einfach weggesiegt werden.

„Das war Künstlerpech! Das haut den FC Bayern nicht um”, sagte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus der AZ, „die Mannschaft ist stabil, auch ohne Ribéry, der in einer Weltklasseform war.” Ob man noch einmal solch einen Vorsprung verzocken könne? Matthäus: „Die Bayern haben aus dem Vorjahr gelernt, den Kader in der Spitze und in der Breite verstärkt. Dazu kommt: Man hat mit Matthias Sammer einen, der Jupp Heynckes auf seine Art und Weise unterstützt.” Er ist derjenige, der den Wecker stellt.

„Vielleicht hat man Leverkusen doch etwas unterschätzt”, sagte Bulle Roth, Bayern-Held der 70er Jahre, „ich denke, dass es ein einmaliger Ausrutscher war. Das gibt keinen Knacks, wäre ja schlimm.” Auch Thomas Helmer, Ex-Kapitän und nun Sport1-Moderator, glaubt nicht an einen Wiederholungsfehler: „So einen Vorsprung verspielen sie nicht noch einmal. Sie haben nun eins von neun Spielen verloren - hallo?! Also, bitte!”

Einmal ist kein Mal – glaubt auch Ex-Kapitän Klaus Augenthaler: „Die Niederlage tut ihnen nicht weh. Weil sie wissen: Das wird uns so nicht mehr passieren. Sie werden die Liga dominieren, nichts mehr anbrennen lassen. Die Klasse des Kaders plus die Lehren aus der letzten Saison – ja, wenn das nicht reicht!” 

 

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