Bayern Kultkoch auf der Flucht

Fernsehkoch Max Inzinger Foto: Cinetext/Richter

TRAUNSTEIN - Der Ex-Moderator Max Inzinger versteckt sich in Südafrika vor der deutschen Justiz. Dort macht der mutmaßliche Betrüger offenbar Karriere bei der Fifa, als „rechte Hand“ von Sepp Blatter.

TRAUNSTEIN Als erster TV-Koch schrieb er Fernsehgeschichte. Sein Kalauer „Ich hab’ da mal was vorbereitet“ sorgt bis heute für Heiterkeit bei gemeinsamen Kochabenden. Nur der bayerische Kulinariker Max Inzinger (64) selbst hatte zuletzt wenig zu lachen. Nach dem Ruhpoldinger wird mit internationalem Haftbefehl gefahndet, wegen mehrfachen Betrugs.

Der Ex-Moderator der ZDF-Sendung „Drehscheibe“ und des BR-Programms „Die Sprechstunde – Club Vital“ soll 2004 einen Bekannten aus Bad Homburg um 50000 Euro geprellt haben. Nun versteckt sich Inzinger in Südafrika vor den deutschen Behörden. Die Frankfurter Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu erklärt der AZ: „Die südafrikanischen Behörden haben auf ein Auslieferung-Ersuchen nicht reagiert.“

Nicht zum ersten Mal hat der bajuwarische Schlemmer Ärger mit der Justiz. 1994 bekam er zwei Jahre Haft auf Bewährung wegen Konkursverschleppung, zehn Jahre später soll er mit zwei Geschäftspartnern ein Darlehen von knapp 350000 Euro für ein Hotelprojekt auf Mallorca erschwindelt haben. Schulden, Pleite, Knast, Skandale – der Kochbuch-Autor („Leichte Küche für schlanke Schlemmer“, 1979) und Herr des kaltgepressten Olivenöls stand vor dem Ruin.

Doch seit Inzingers Zufluchtsort Südafrika als Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft feststeht, scheint es bei ihm wieder aufwärts zu gehen. „Mein langjähriger Freund Fifa-Präsident Sepp Blatter brachte mich zum Fußball zurück“, schwärmt der Ex-Vorsitzende des Eishockey-Clubs EC Rosenheim in seiner Autobiographie. Hat der Fußballweltverband Fifa den Pleitier gerettet?

Als Koordinator soll Inzinger für die Ausbildung des VIP-Service bei der WM zuständig sein. Sein Verleger Thomas Stolze erklärt der AZ: „Er sagt immer: Ich bin die rechte Hand von Herrn Blatter.“ Zumindest für den hat er was vorbereitet. R. Keck

 

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