Bayern Kirchenskandal: Schon wieder neue Missbrauchsfälle

Wieder wurde ein Fall sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche bekannt (Symbolbild). Foto: dpa

REGENSBURG/WEIDEN - Die Kirche kommt in diesen Tagen nicht zur Ruhe. Es gibt nun Vorwürfe gegen zwei Ordensfrauen und vier Geistliche in Regensburg. Auch gegen einen evangelischen Pfarrer wird ermittelt.

 

Die Kirchen in Bayern kommen nicht zur Ruhe: Gestern wurde in Regensburg der aktuelle Stand bei den Missbrauchsfällen bekannt gegeben. Ein neuer Fall in der evangelischen Kirche wurde bestätigt. Und die Kritik an den Äußerungen des Regensburger Bischofs Müller nimmt zu.

Im Bistum Regensburg gibt es bislang Vorwürfe gegen vier Geistliche und zwei Ordensfrauen wegen sexuellem Missbrauch. Darunter sei ein Priester, der sich vor rund 40 Jahren als studentische Hilfskraft im Internat der Domspatzen an zwei Jungen vergangen haben soll, so ein Bistumssprecher. Der zuletzt im Landkreis Ansbach tätige Pfarrer wurde in der vergangenen Woche von der Kirche suspendiert. Alle Fälle werden inzwischen von der Staatsanwaltschaft untersucht.

Die evangelische Landeskirche bestätigte sexuelle Übergriffe eines evangelischen Pfarrers gegenüber einem damals 14-jährigen in den 80er Jahren. 2003 hatte sich die Frau an die kirchliche Anlaufstelle für Missbrauch gewandt. Danach wurde versäumt, mit ihr Kontakt aufzunehmen.

Der Chef des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, und der Vizepräses der Evangelischen Kirche, Günther Beckstein, distanzierten sich gestern von Bischof Müllers Äußerungen. Der hatte eine Medien-Kampagne gegen die Kirche angeprangert und diese mit den Nationalsozialisten in Verbindung gebracht. Glück dazu: „Das Hauptproblem sind nicht die Berichte, sondern die Tatsache von Missbrauchsfällen und wie sie sichtbar werden.“

 

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