Bayern ist FSME-Risikogebiet Achtung: Zecken! - Ein kleiner Pieks hilft

Die Zahl der FSME-Infektionen in Bayern steigt. Experten raten dringend zur Impfung – mit prominenter Unterstützung

München - Bis sich das Podium füllt, unterhält Stargast Ottfried Fischer die Zuhörerschaft auf der Veranstaltung zur „Aktuellen Lage der FSME-Situation in Bayern“. „Ich bin das maßstabsgetreue Abbild einer Zecke, deshalb bin i heit do“, sagt er und schmunzelt.

Die Gastgeber, der Mediziner Nikolaus Frühwein und der Virologe Gerhard Dobler von der Bayerischen Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen versprechen sich von dem Promi auf ihrer Veranstaltung etwas mehr: „Ich hoffe durch Sie auf Aufmerksamkeit, damit die Leute sich impfen lassen“, so Frohwein. "Wir haben immer noch viel zuviele Erkrankungen."

Denn mit Zecken ist nicht zu spaßen. Die unansehnlichen Spinnentiere können die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Die Viruserkrankung, kennt der Laie eher als Gehirnhautentzündung.

195 FSME-Infektionen gab es 2012 in Deutschland, davon 89 in Bayern. Obwohl der Freistaat zum FSME-Risikogebiet gehört, hat nur jeder Dritte einen belastbaren Impfschutz. Die meisten vergessen die Auffrischungsimpfungen.

2013 begann die FSME-Saison wegen des langen Winters spät, doch die Zahl der Infektionen holt schnell auf. Auch der starke Regen und das Hochwasser haben den Tieren nichts ausgemacht. „Allein letzte Woche hatten wir sechs Infektions-Meldungen an einem Tag“, sagt Dobler.

„Wenn man einen Zeckenbiss hat und nicht geimpft ist, kann man nichts mehr machen, außer zwei Wochen lang abwarten, ob man krank wird“, sagt Dobler. Dann könne man nur noch die Symptome behandeln. Es drohen Entzündungen des Gehirns, der Gehirnhäute oder des Rückenmarks. Bleibende Schäden wie Lähmungen und Gleichgewichtsstörungen sind möglich. Ein bis zwei Prozent der Erkrankten sterben sogar an den Folgen der Infektion.

Auch wenn nicht automatisch jeder krank wird, der sich infiziert und nicht jede Zecke den Virus in sich trägt – gerade im Risikogebiet wäre die Gefahr mit einem Pieks zu verhindern. Die Impfung ist gut verträglich, nur selten kommt es zu Schmerzen an der Impfstelle oder kurzzeitigem Fieber, so die Experten. Und: Die Kasse zahlt.

Impfen sollte sich jeder, der sich im Freien aufhält. Auch Kinder sollten geimpft werden. „Zecken fallen entgegen der landläufigen Meinung nicht von den Bäumen, sondern werden im Gebüsch oder hohen Gras abgestreift“, erklärt Dobler.

Am Ende der Veranstaltung ist auch Otti Fischer überzeugt – und lässt sich gleich vor Ort impfen.

 

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