Bayern Homosexuelle Pfarrer dürfen zusammen im Pfarrhaus leben

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MÜNCHEN - Landesbischof Johannes Friedrich gab den Beschluss am Montag bekannt: Homosexuelle Pfarrerinnen und Pfarrer dürfen mit dem Lebenspartner gemeinsam im Pfarrhaus wohnen. Der Friede in der Gemeinde darf aber nicht gefährdet sein.

 

In der evangelischen Landeskirche in Bayerndürfen schwule Pfarrer und lesbische Pfarrerinnen mit ihremLebenspartner nun gemeinsam im Pfarrhaus wohnen.

LandesbischofJohannes Friedrich gab den Beschluss des Landeskirchenrats am Montagin München bekannt. Friedrich sagte, die bisherige Regelung sei"nicht konsequent" gewesen. Demnach durften homosexuelle Pfarrerzwar im Gemeindedienst eingesetzt werden, aber nicht zusammen in derDienstwohnung leben.

Friedrich betonte, Voraussetzung sei in jedem Einzelfall dieEinmütigkeit des Landeskirchenrats, des zuständigen Dekans undweiterer Gremien. Die Zustimmung werde nur erteilt, wennsichergestellt sei, dass der Frieden in der Kirche und derjeweiligen Gemeinde nicht gefährdet werde. Außerdem dürfen nurhomosexuelle Paare ins Pfarrhaus einziehen, die in einereingetragenen Lebenspartnerschaft leben. Schließlich sei beiheterosexuellen Partnern auch die Ehe Voraussetzung.

Friedrich schätzt, dass der Anteil homosexueller Pfarrer in derLandeskirche unter zehn Prozent liegt und damit "nicht höher als beider Normalbevölkerung ist". Ihm seien in der Landeskirche fünf Paarein eingetragener Partnerschaft bekannt, wobei zwei Pfarrer im Diensteiner Kirchengemeinde sind. In diesen gibt es aber im Unterschiedzur Mehrzahl der Gemeinden keine Wohnpflicht für Pfarrer imPfarrhaus. Ob homosexuelle Paare dort leben dürfen, ist in denLandeskirchen in Deutschland nicht einheitlich geregelt.

Der Landeskirchenrat veröffentlichte den bereits im Juligefassten Beschluss wenige Tage vor Beginn der Herbsttagung der 108Synodalen der evangelischen Landeskirche vom 21. bis 25. November inNeu-Ulm. Mehrere Anträge befassen sich mit dem Umganggleichgeschlechtlich lebenden Pfarrerinnen und Pfarrern. Friedrichsagte, ein neuer Diskussionsprozess zum Thema "Homosexualität undKirche" sei offensichtlich notwendig.

dapd

 

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