Bayern Herrmann-Prozess: Keine Hinweise auf anderen Verdächtigen

Sie erstickte qualvoll in einer Kiste: Ursula Herrmann. Foto: dpa

AUGSBURG - Drei Zeugen haben im Prozess um die Entführung von Ursula Herrmann einen früher verdächtigen und mittlerweile verstorbenen Polizeibeamten entlastet.

 

Im Indizienprozess um die Entführung vonUrsula Herrmann hat die Vernehmung von weiteren drei Zeugen keinenHinweis auf einen möglichen anderen Täter gebracht. Alle drei sagtenam Dienstag vor dem Landgericht Augsburg aus, dass ein 1996gestorbener ehemaliger Polizeibeamte nach ihrer Kenntnis nichts mitdem Fall zu tun hatte.

Gegen den Polizisten war im Zusammenhang mitder Entführung ermittelt worden. Sein Auto war am Entführungstag vor28 Jahren in unmittelbarer Nähe des Tatorts gesehen worden. FrühereZeugenaussagen hatten ergeben, dass er damals aufder Jagd gewesen haben soll.

Vor Gericht steht ein 59-jähriger Angeklagter mit seiner Ehefrauwegen erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge. Beide bestreitendie Tat. Laut Anklage hatte der Angeklagte im September 1981 dasdamals zehnjährige Mädchen auf dem Heimweg bei Eching am Ammersee vomKinderfahrrad gerissen und in eine im Wald vergrabene Kiste gesperrt.Ursula war Stunden nach der Tat wegen einer nicht funktionierendenBelüftungsanlage der Kiste erstickt, aber erst 19 Tage später beieiner Polizeisuchaktion gefunden worden. Inzwischen waren bei UrsulasEltern Erpresserbriefe und -anrufe eingegangen.

Die Briefe mit einer Lösegeldforderung von umgerechnet rund einerMillion Euro soll die mitangeklagte Ehefrau des Hauptbeschuldigtenaus Zeitungsbuchstaben zusammengeschnipselt haben. DieErpresseranrufe sollen nach einem Gutachten des Landeskriminalamtesmit einem Tonbandgerät erstellt worden sein, das bei einerDurchsuchung bei dem Angeklagten gefunden worden war. Dieserbehauptet aber, das Gerät auf einem Flohmarkt gekauft zu haben. Dafürkonnten trotz intensiver Ermittlungen bislang keine Beweise gefundenwerden.

dpa

 

0 Kommentare