Auferstehungsspiel nach Ostern Heiliges Grab in Aschau steht wieder

Die Restaurierungskosten in Höhe von rund 350.000 Euro trug im Wesentlichen das Erzbistum München und Freising. Erstmals dokumentiert ist das Grab 1618. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Nach einer umfangreichen Restaurierung ist das Heilige Grab von Aschau erstmals seit 60 Jahren wieder vollständig zu sehen.

Aschau im Chiemgau - Ein jahrhundertealter christlicher Brauch lebt zu Ostern in Aschau im Chiemgau wieder auf. In der dortigen Pfarrkirche steht erstmals seit mehr als 60 Jahren wieder ein historisches Heiliges Grab.

Zu Ostern werden Laiendarsteller darin die Geschichte vom Leben und von der Auferstehung Christi zeigen. Damit hat Aschau ein Passionsspiel, wie es - wenngleich in anderer Form und vor anderem historischem Hintergrund - vor allem von Oberammergau her bekannt ist.

"Eines der größten und wichtigsten Heiligen Gräber"

Das Aschauer Grab sei eines der größten und wichtigsten Heiligen Gräber, sagte Hans Rohrmann vom Erzbischöflichen Ordinariat München am Mittwoch bei der Vorstellung der restaurierten Anlage. Das Besondere sei das liturgische Theaterspiel, das die Gemeinde auf die Beine stelle, um die biblische Erzählung lebendig werden zu lassen. An die 60 Laiendarsteller aus der Region werden nach Ostern mit einem ebenso großen Chor die Geschichte die Auferstehung Jesu zeigen, vor Ostern spielen etwa 30 Darsteller das Leben Jesu.

Heiliges Grab von Aschau erstmals 1618 dokumentiert

Die zehn Meter hohe, sieben Meter breite und sechs Meter tiefe Anlage stammt aus dem späten Barock. Das untere Stockwerk symbolisiere die Unterwelt, erläuterte der Aschauer Pfarrer Paul Janßen. Das erste Stockwerk zeigt Jesus betend vor seiner Kreuzigung und der obere Stock die himmlische Dimension. Erleuchtet wird die Kulisse von 140 beleuchteten, mit gefärbtem Wasser gefüllten Glaskugeln.

Erstmals dokumentiert ist das Grab 1618, in den Jahren 1797 bis 1799 erhielt es die Form, in der es bis heute erhalten ist. Mitte der 1950er Jahre wurde mit der Erneuerung der Liturgie das Spiel eingestellt, die Anlage landete auf dem Dachboden. Der Heimat- und Geschichtsverein gab den Anstoß zur Restaurierung.

 

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