Bayern-Gegner im CL-Viertelfinale Manchester United: Sir Alex und das schwere Erbe

Die Mutter aller Traumata: Ole Gunnar Solskjaer trifft 1999 in der Nachspielzeit zum 2:1 für United. Bayern um Keeper Kahn geht k.o. Foto: Kunz/Augenklick

Champions-League-Finale 1999, Bayern verliert gegen Manchester United 1:2 – die Mutter aller Niederlagen. Heute? Sind die Briten nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die Gründe eines Absturzes.

Manchester – Die Frage aus Sicht der Bayern-Fans ist ja die: Tut’s noch weh? Barcelona 1999, das 1:2 im Champions-League-Finale gegen Manchester United. Zwei Jahre später tilgte man die Schmach, holte in Mailand den Pott.

War 1999 die Mutter aller Niederlagen, dürfte das Finale dahoam 2012 gegen Chelsea deren Großmutter gewesen sein. Also war das Erregungspotenzial angesichts des britischen Gegners geringer. Ist ja nur Manchester United, nicht der FC Chelsea!

Denn das United von 2014 hat mit dem United von 1999 nichts mehr gemein. Lediglich Ryan Giggs, der 40-Jährige, ist noch im Kader. Der Rest ist Legende, die Triumphe von damals nur noch auf DVD zu bewundern. Mit „The Class of ’92“ wurde den Helden von einst ein filmisches Denkmal gesetzt. Eine Dokumentation über den Aufstieg von Beckham, Giggs & Co. – past times.

Im Jahr eins nach dem Rückzug von Trainer-Legende Sir Alex Ferguson ist bis auf den Viertelfinaleinzug schief gegangen, was schief gehen konnte. In der Premier League belegt der englische Rekordmeister aktuell Rang sieben – mit 14 Punkten Rückstand auf Platz drei, der zur direkten Qualifikation für die Königsklasse berechtigt. Im FA-Cup ausgeschieden, den League Cup gewann ausgerechnet Stadtrivale Manchester City, mittlerweile eine Stufe über den „Red Devils“.

Seit Teammanager David Moyes übernommen hat, sind die Reds nur noch Teufelchen. Diese Truppe macht den Bayern keine Angst, glaubt auch Ex-Coach Ottmar Hitzfeld. „Ein gutes Los. Manchester United ist nicht mehr die Mannschaft, die sie einmal war. Sir Alex Ferguson war ein großer Verlust, er hatte die Mannschaft im Griff. Der neue Trainer David Moyes hat Autoritätsprobleme bei seiner Mannschaft", sagte er bei „Sky Sport News HD“.

Hitzfeld erklärte: „Ein Problem ist auch, dass Manchester es versäumt hat, das Team zu verjüngen. Die Mannschaft ist überaltert.“ Der personelle Umbruch, mit dem schon Ferguson seine Probleme hatte, ist nicht gelungen. Shinji Kagawa, im Sommer 2012 von Borussia Dortmund geholt, gehört nicht zum Stammpersonal, viel zu viel hängt ab von den Torjägern Wayne Rooney und Robin van Persie. Der Holländer war es, der das wankende Manchester United nach dem 0:2 im Hinspiel bei Olympiakos Piräus durch seine drei Treffer im Old Trafford weiterschoss. Ein seltener Erweckungsmoment einer ansonsten eher lethargischen Truppe. Wäre es schief gegangen gegen die Griechen, wäre wohl Oldie Giggs für den glücklosen Moyes gekommen.

Die Duelle mit Bayern könnten für United vorerst die letzten auf großer Bühne sein. Kürzlich teilte man schon mal vorsorglich mit, man könne nächstes Jahr in den Europacup-Wochen zu lukrativen Freundschaftsspielen nach Asien fliegen. Was nur die Aktionäre der Reds beruhigt, deren Fans sicher nicht.

 

0 Kommentare