Bayern gegen Juve in der Champions League Mandzukic, Vidal, Coman: Die Trikottauscher

Flüchtete 2014: Mario Mandzukic. Im Sommer zu Bayern: Arturo Vidal. Zu Bayern verliehen: Kingsley Coman. Foto: firo/Rauchensteiner/Augenklick/dpa

Mandzukic, Vidal, Coman: Gleich drei Spieler treffen beim Duell zwischen Juventus und dem FC Bayern auf ihren Ex-Klub – mit ganz unterschiedlichen Gefühlen. „Man wird sehen, wer aggressiver ist“.

München/Turin - Wie man in nur drei Jahren vom Helden zur Reizfigur beim FC Bayern wird? Mario Mandzukic kann darüber vorzüglich Auskunft geben. Der Kroate war einer der Schlüsselspieler auf dem Weg zum Triple 2013, er traf nicht nur im Finale gegen Dortmund, Mandzukic überragte auch in den Runden zuvor, besonders im Viertelfinale gegen Juventus. Doch nun steht Mandzukic auf der anderen Seite, er spielt für Juve – und er sinnt nach seinem hässlichen Abschied aus München auf Revanche. Vor allem an Pep Guardiola. Juve gegen Bayern – das ist das Duell der Rückkehrer. Neben Mandzukic treffen auch die Bayern-Stars Arturo Vidal und Kingsley Coman auf ihren Ex-Klub.

Vor dem Achtelfinale blickt die AZ speziell auf diese drei Spieler

Mario Mandzukic: Im Sommer 2014 flüchtete Mandzukic aus München und ging zu Atletico Madrid, ehe er nach einem Jahr zu Juventus weiterverkauft wurde. Bei den Bayern hatte er sich mit Guardiola überworfen. Vor dem Pokalfinale gegen Dortmund wurde der Stürmer aus dem Kader gestrichen, „aus disziplinarischen Gründen“, wie sein Trainer erklärte. Die beiden wurden nie warm, Pep wusste mit der robusten Spielweise und launischen Art Mandzukics nichts anzufangen. Der Angreifer beklagte sich später in der kroatischen Zeitung „Sportske Novost“ heftig. „Ich habe das Beste für die Mannschaft gegeben, ich hatte es nicht verdient, so behandelt zu werden. Guardiola war nicht fair zu mir, respektlos. Meiner Meinung nach war bei Heynckes alles doppelt so gut.“

Zuletzt postete Mandzukic ein Bild von sich als Batman-Gegenspieler Joker – sein Batman heißt nun Pep. In Italien geht man davon aus, dass Mandzukic gegen Bayern in der Startelf stehen wird, obwohl er nach einer Oberschenkelverletzung nicht topfit ist. Erst am Samstag stieg er ins Training ein. Doch dieses Duell will er nicht verpassen.

Arturo Vidal: Gegen Darmstadt durfte sich der Chilene eingrätschen auf seiner Lieblingsposition als alleiniger Sechser. 68 Prozent seiner Zweikämpfe gewann Vidal, er hatte die meisten Ballkontakte aller Bayern. Aber bringt ihn das auch gegen Juve in die Startelf, wenn Pep Xabi Alonso und Thiago zur Verfügung stehen? Vidal freut sich auf die Rückkehr nach Turin. „Ich komme als Gegner, nicht als Feind“, sagte Vidal. Er hoffe, „dass die Fans mich nicht verhöhnen werden“. 2015, auf dem Weg ins Champions-League-Finale gegen Barcelona, war Vidal einer der überragenden Juve-Spieler. „Es wird komisch sein, mich selbst dort in einem anderen Trikot zu sehen“, sagte er. Bei einem Torerfolg wolle er aus Respekt nicht jubeln. Zum Duell mit Mandzukic meinte er schelmisch bei Sport1: „Sicher wird es die eine oder andere Situation geben, in der wir aufeinandertreffen. Dann wird man sehen, wer aggressiver ist.“

Kingsley Coman: Über den Franzosen, der wie Vidal vor dieser Saison von Juve zu den Bayern wechselte, sprechen sie in Turin noch immer in den höchsten Tönen. „Er hat einfach alles, um erfolgreich zu sein“, sagte Juve-Star Paul Pogba bei Sky: „Ich schaue mir fast jedes Spiel von Kingsley an, wir telefonieren danach. Ich habe ihm jetzt gesagt: Wir kennen deine Tricks und werden dich nicht in Ruhe lassen.“ Getroffen hat Coman schon länger nicht mehr, zuletzt Ende November gegen Hertha. In der Rückrunde war er noch an keinem Tor beteiligt. „Coman hat uns vor der Winterpause fast allein am Leben gehalten, das darf man nicht vergessen“, sagt Sportvorstand Matthias Sammer. Das erste kleine Tief des 19-Jährigen könnte ihn nun aber die Startelf gegen Juve kosten. Maximilian Koch

 

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