Bayern „Es ist unerklärlich“: Zwei 18-Jährige sterben bei Horror-Crash

Mit voller Wucht war der Pkw unter das Führerhaus gekracht. In dem Wrack starben zwei junge Frauen. Foto: Thomas Gaulke

DACHAU - Der furchtbare Unfall im Landkreis Dachau: Zwei junge Frauen sind auf dem Weg zu einer Geburtstagsfeier, als sie auf die Gegenfahrbahn geraten und gegen einen Kieslaster prallen. Beide sind sofort tot

 

Keine Blumen, keine Bilder, kein Abschiedsgruß. Nur ein zerdrückter Luftballon liegt im Gras. Zwei Schilder verkünden: „Achtung, Ölspur, 200 Meter.“ Das sind am Tag danach die einzigen Hinweise am Straßenrand, die von dem tragischen Unfall zeigen. Am Samstagabend sind hier, bei Petershausen, zwei junge Frauen gestorben: Veronika L. aus Fürstenfeldbruck und ihre Freundin Sabrina V. aus Murnau. Beide sind nur 18 Jahre alt geworden.

Die Frauen sind mit Geschenken auf dem Weg zu einer Geburtstagsfeier. Etwa zweihundert Meter vor dem Ortseingang von Petershausen gerät Sabrina V. mit ihrem schwarzen Fiat Seicento auf die Gegenfahrbahn. Ein blauer Kieslaster kommt ihnen entgegen. Der Lastwagenfahrer, ein 28-jähriger Mann aus Freising, hat keine Chance zu reagieren. Der Kleinwagen wird von seinem Kieslaster frontal erfasst, schiebt sich zur Hälfte unter den 34-Tonner.

Die beiden Mädchen haben keine Chance. Sie sind sofort tot. Der Lkw-Fahrer und seine 17-jährige Beifahrerin bleiben unverletzt.

Die Feuerwehr rückt an. Den Männern bietet sich ein grausames Bild. Die Frontpartie des Kleinwagen mit den beiden Mädchen auf Fahrer- und Beifahrersitz ist völlig zerquetscht worden. „Der Unfall ist völlig unerklärlich“, sagt ein Sprecher der Polizei. Der 28-jährige Lkw-Fahrer habe geschockt ausgesagt: „Plötzlich haben die rübergezogen.“ Weder ein Ausweich- noch ein Überholmanöver erscheinen daher derzeit plausibel.

Die Ortsverbindungsstraße zwischen Göppertshausen und Petershausen ist zudem an dieser Stelle völlig gerade. Und trotz des landwirtschaftlichen Verkehrs auf den umliegenden Maisfeldern war die Strecke bis zu dem Unfall auch sauber.

Die Polizei will nun ein Gutachterbüro einschalten. Geprüft wird auch, ob der Lkw-Fahrer die für ihn zulässige Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern eingehalten hat.

Noch wichtiger wird es sein, die beiden Autofahrer oder deren Beifahrer zu finden, die das Geschehen am Samstag gegen 19.25 Uhr wahrscheinlich beobachten konnten. Die beiden Wagen waren hinter dem Fiat hergefahren und hatten wohl auch kurz an der Unfallstelle gehalten.

Diese und andere möglichen Zeugen werden dringend gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Dachau zu melden. Tel. 08131-5610.

Ralph Hub, John Schneider

 

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