Bayern Endlich: Tarifstreit im Nahverkehr beigelegt

Illustration Foto: Daniel von Loeper

MÜNCHEN - Wochenlang hat der DBB für einen eigenen Tarifvertrag im öffentlichenNahverkehr gekämpft. Nun übernimmt die Gewerkschaft den bereits vonVerdi ausgehandelten Tarifvertrag. Allerdings wollen DBB undArbeitgeber im kommenden Jahr noch einmal über Arbeitszeiten reden.

 

Der seit Wochen anhaltende Tarifkonflikt imöffentlichen Nahverkehr Bayerns ist beigelegt. Der DeutscheBeamtenbund (DBB Tarifunion) übernimmt den bereits zwischen demKommunalen Arbeitgeberverband Bayern (KAV) und der Gewerkschaft Verdierzielten Abschluss über unter anderem 3,5 Prozent mehr Geld, wie derDBB am Montagabend mitteilte. Weitere Streiks seien damit vom Tisch,sagte DBB-Verhandlungsführer Willi Russ. „Damit hält ab sofort wiederNormalität im bayerischen Nahverkehr Einzug.“ Allerdings werde derDBB 2011 mit dem KAV noch einmal über die Arbeitszeiten reden.

Der DBB vertritt bayernweit rund 1000 der 6500 Beschäftigten imkommunalen Nahverkehr des Freistaats. Anders als Verdi hatte der DBBdie Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag mit dem KAV fürgescheitert erklärt und nach einer Urabstimmung für eine eigeneVereinbarung gekämpft und tageweise – unter anderem während desOktoberfestes in München – gestreikt. „Der DBB hätte diesen Abschlussbereits am 20. August haben können“, sagte KAV-Geschäftsführer ArminAugat am Montagabend und bestätigte die Einigung mit dem DBB.

Die Arbeitgeber hatten sich mit Verdi Mitte August bereits unteranderem auf 3,5 Prozent mehr Geld geeinigt. KAV und Verdi hatten dasVorgehen des DBB, der die Tarifverhandlungen stellvertretend für dieLokführergewerkschaft (GdL) führt, stets scharf kritisiert. DBB-Verhandlungsführer Russ sagte, der Arbeitskampf in der aktuellenTarifrunde sei mit der Übernahme des Abschlusses beendet, dieMitglieder müssen in einer Urabstimmung dem Vertrag noch zustimmen.

Laut einer gemeinsamen Erklärung wollen DBB und KAV im kommendenJahr eine Kommission bilden, die umstrittene Fragen zur Arbeitszeiterörtern soll. Lassen sich dazu keine Vereinbarungen finden, sowerden die Probleme Teil der nächsten Tarifrunde im Jahr 2012.

dpa

 

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