Bayern Dreckiges Wasser: 40 Wanderer mit Helikopter ausgeflogen

Die Rappenseehütte liegt idyllisch. Foto: az

KEMPTEN - Technischer Defekt in der Trinkwasseranlage: 130 Wanderer klagten plötzlich über schwere Magen-Darm-Beschwerden. 40 Hüttengäste waren zu schwach für den Abstieg aus den Allgäuer Alpen. Sie mussten mit dem Helikopter ins Tal geflogen werden.

Sie waren zu schwach, um den Abstieg von der Kemptener Hütte und dem Prinz-Luitpold-Haus selbst zu bewältigen: Nach einem technischen Defekt bei der Wasserversorgung auf einer Berghütte in den Alpen sind 20 Wanderer an Magen-Darm-Beschwerden erkrankt. Sie mussten in der Nacht zum Freitag mit dem Rettungshubschrauber ausgeflogen werden. Insgesamt sind seit Freitag 100 Wanderer an heftigen Magen-Darm-Beschwerden und Kreislaufbeschwerden erkrankt.

Alle Wanderer seien laut der Polizei Kempten zuvor an der Rappenseehütte gewesen, wo das Wasser durch einen technischen Defekt nicht richtig gereinigt worden war. Fünf der Erkrankten befanden sich am Freitagabend noch zur Beobachtung in Krankenhäusern in der Region. Ihr Gesundheitszustand sei stabil und nicht bedrohlich, erklärte die Polizei. Das Gesundheitsamt habe sofortige Untersuchungen eingeleitet.

Solange die Ergebnisse ausstehen, wird auf der Rappenseehütte das Wasser abgekocht und chloriert, zusätzlich wird Mineralwasser zur Verfügung gestellt. Die Reparaturarbeiten an der Trinkwasser-Reinigungsanlage sollten bis Samstagmittag abgeschlossen sein. Außerdem wird auf verschiedenen Hütten vorsorglich ärztliche Versorgung angeboten. Bereits zurückgekehrte Wanderer mit entsprechenden Beschwerden können sich an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 01805/ 19 12 12 wenden.

Nach ersten Erkenntnissen ist die Trinkwasseranlage auf der Rappenseehütte bereits seit mehreren Tagen defekt. Die Polizei hat deshalb jetzt Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung eingeleitet.

46-Jähriger gerät in Bergnot

Ebenfalls in Not geraten ist ein deutscher Bergsteiger, der sich in den Loeganger Steinberge Birnhorn verstieg. Auf über 2000 Meter Höhe drohte der 46-Jährige abzustürzen. Er wurde mit einem 20 Meter langem Bergetau von einem Rettungshubschrauber aus gerettet. Der Mann erlitt keine Verletzungen, wurde aber vorsichtshalber in ein Krankenhaus gebracht.

 

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