Bayern 14-Jähriger nach Alkoholwette auf Intensivstation

Straftaten: Immer häufiger ist Alkohol dabei im Spiel Foto: dpa

COBURG - Weil er ein Mobilfunkteil wollte, trank ein 14-Jähriger in Coburg eine Flasche Wodka auf Ex. Auf die Schnapsidee kam ein 18-Jähriger – er ist wegen gefährlicher Körperverletzung angezeigt

 

Diesen Rausch wird er so schnell nicht vergessen: In einer Parkanlage im Zentrum von Coburg traf ein 14-Jähriger am Samstag einen 18-Jährigen. Der bot ihm 250 Euro an, wenn er dafür eine Flasche Wodka „auf Ex“ austrinkt.

Die zwei „Vertragspartner“ einigten sich dann doch auf ein Handy als Siegprämie. Gesagt, getan. Der 14-Jährige leerte die fast bis zum Rand mit Alkohol gefüllte Flasche – und landete prompt auf der Intensivstation.

Mittlerweile konnte der Schüler das Krankenhaus wieder verlassen. 1,76 Promille Blutalkohol wurden bei ihm festgestellt. Und es wären noch viel mehr gewesen, hätte nicht ein 19-jähriger Kumpel des Anstifters „vorsorglich“ die Hälfte des Wodkas mit Wasser ausgetauscht.

Doch auch diese Menge Alkohol reichte für einen totalen Zusammenbruch. Als der 14-Jährige die Flasche in einem Zug geleert hatte, konnte er noch kurz das Handy in der Hand halten. Dann musste er sich auch schon übergeben und brach kurze Zeit später bewusstlos zusammen.

Über 20 Kinder und Jugendliche beobachteten die Szene in der Coburger Parkanlage. Zum Glück kam auch zufällig eine Kinderärztin vorbei. Sie leistete Erste Hilfe und alarmierte dann auch den Notarzt.

Der 14-Jährige kam ins Krankenhaus und musste die Nacht auf der Intensivstation verbringen. Die Polizei bewertete seinen Zustand anfangs als „kritisch“, am Sonntagabend konnte er aus der Klinik entlassen werden.

Mittlerweile hat der Schüler den Rausch wohl ausgeschlafen und wahrscheinlich eine Standpauke seiner Eltern bekommen. Denn die werden in so einem Fall immer von der Polizei verständigt.

Die Jugendlichen und Kinder, die die Wette beobachtet haben, werden jetzt vernommen. Sicher ist: Der 18-Jährige erhält für seine Schnapsidee eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung. Dafür drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. Unklar ist, ob auch der 19-Jährige angezeigt wird. Er hat mit der Beigabe von Wasser aber immerhin Schlimmeres verhindert.

dur

 

0 Kommentare