Bayerischer Rundfunk Wilhelms Gebührenrechnung

Abwarten und Tee trinken: Ein mögliches Einnahmeplus durch den neuen Rundfunkbeitrag lasse sich noch nicht beziffern, sagt BR-Intendant Ulrich Wilhelm. Foto: Marc Müller/dpa

Spült der neue Rundfunkbeitrags den Sendern Mehreinnahmen in Millionenhöhe zu? Die ARD sagt: Für Spekulationen über Beitragssenkungen ist es viel zu früh

 

Ein mögliches Einnahmeplus durch den neuen Rundfunkbeitrag lässt sich nach BR-Angaben noch nicht beziffern. „Wir müssen einfach ein ganzes Jahr mindestens abwarten“, sagte der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, am Montagabend beim BR-Medienempfang in München. „Wir werden dann im nächsten Jahr auf der Basis dieser ersten Jahresbilanz erste Trendbewegungen erkennen können.“

Der Gesetzgeber habe in jedem Fall umsichtig vorgebaut, sagte Wilhelm. „Wir dürften ja keineswegs, wenn es deutlich mehr Geld ist, dieses einfach so behalten.“ Er ergänzte: „Wir werden hier nicht einfach mit der Beute unter dem Arm losrennen und von niemandem mehr zu stoppen sein.“ Seit dem Wechsel vom alten GEZ-Gebührenmodell zum Rundfunkbeitrag am 1. Januar 2013 richtet sich die Abgabe nicht mehr nach Zahl und Art der Geräte, sondern wird pro Haushalt fällig. Ein Haushalt zahlt 17,98 Euro im Monat.

In der Diskussion über ein Werbeverbot im öffentlich-rechtlichen Rundfunk mahnte Wilhelm vor einer rein medienpolitischen Sicht. Auch die Position der Wirtschaft müsse im Blick behalten werden: „Wirtschaft braucht Werbung. Sie braucht Zielgruppenerfassung.“ Wilhelm kritisierte eine verzerrte Berichterstattung über die ARD-Anstalten: „Ich lese mitunter in den Feuilletons eine Darstellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, als sei er bräsig, seiner selbst zu gewiss, mitunter dann auch seiner selbst überdrüssig, jedenfalls nicht lernfähig und (...) bewegungsunfähig geworden. Ich glaube, dass diese Charakterisierung den Kern überhaupt nicht trifft.“ Aufgabe der öffentlich-rechtlichen Sender sei es, relevante Debatten zu führen und Werte-Orientierung anzubieten. „Wir stabilisieren diese Gesellschaft“, sagte Wilhelm.

Auch der ARD-Programmdirektor Volker Herres warnte davor, den Qualitätsanspruch der Medien im digitalen Zeitalter aufzugeben. „Im Krieg und auf Twitter stirbt die Wahrheit zuerst“, kritisierte Herres. „Es gibt ein Mehr an sogenanntem Journalismus (...), der Recherchieren mit Googeln gleichsetzt.“

 

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