Bayerischer Japaner Pachtvertrag gekündigt: Kult-Lokal "Nomiya" muss schließen

Das "Nomiya" in der Wörthstraße: Im März muss das Lokal schließen. Foto: Daniel von Loeper

Das "Nomiya" in der Wörthstraße muss schließen. Der Pachtvertrag des bayerischen Japaners, absolutes Kult-Lokal weit über München hinaus, wurde gekündigt – obwohl Pächter Ferdinand Schuster die Pachterhöhung bezahlen wollte.

 

München - Seit 1996 gab es den einzigartigen Laden in der Wörthstraße. Seine traditionelle japanische Küche, gepaart mit bayerischen Elementen, war weit über München hinaus bekannt. Doch bald ist Schluss mit den Gaumenfreuden: Ende März 2020 muss das "Nomiya" schließen.

"Nach über 23 Jahren wurde der Pachtvertrag seitens des Verpächters Rudolf Schwaab gekündigt", teilt Nomiya-Betriebsleiter Felix Maier der AZ hierzu mit. Und das, obwohl sich Pächter Ferdinand Schuster und sein Team intensiv um eine Fortführung des Vertrags bemüht hatten. Er gab seine Zusage, ab Mai die erhöhte Pacht (knapp 40 Prozent) zu bezahlen.

Pächter kündigt Vertrag mit "Nomiya"

Doch die Verhandlungen stockten. "Vielmehr distanzierte sich Herr Schwaab von seinem Angebot und sprach überraschend die Kündigung aus", sagt Maier.

Vermieter Rudolf Schwaab hingegen widerspricht. Die Verhandlungen hätten "aus mehreren Gründen leider zu keinem positivem Ergebnis geführt". Etwa, weil Schuster (74) eine Nachfolgeregelung "nicht belastbar darstellen" konnte. In der Vergangenheit sei es zudem immer wieder zu "Auseinandersetzungen wegen erheblicher Vertragsstörungen und Mietrückständen gekommen". Man sei Schuster immer wieder entgegengekommen, "um den Fortbestand der Traditionsgaststätte zu ermöglichen". Doch nun sind "wir gezwungen, den Pachtvertrag zu beenden".

Neues Betriebskonzept fürs "Nomiya"

Ferdl Schuster bedauert die Entscheidung zutiefst: "Insbesondere für unsere japanischen Köche, deren Arbeitsgenehmigung teilweise vom Betrieb abhängt, entsteht daraus eine ungewisse Zukunft". Ob es an anderer Stelle weitergeht, ist nicht klar. Jetzt wolle man die verbleibende Zeit noch "mit Freude" zu Ende bringen.

Das Lokal selber soll laut Vermieter Schwaab "mit einem neuen, für das Haus und die Gegend attraktiven Betriebskonzept" fortgeführt werden. Was auch immer das heißen mag.

 

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