Bayerische Professorin Mollath-Tweet: Jetzt äußert sich die Polizei

Gustl Mollath vor seiner Vernehmung im Mollath-Untersuchungsausschuss im Bayerischen Landtag Foto: dpa

Die bayerische Professorin Ursula Gresser setzt sich auf Twitter für die Freilassung von Gustl Mollath ein und bekommt kurz darauf Besuch von der Polizei. Das Polizeipräsidium teilt jetzt mit: Nicht der Mollath-Tweet war Grund für den Besuch, sondern das Schreiben eines Anwalts.

München - Professorin Gresser hatte im Kurznachrichtendienst Twitter auf eine Veranstaltung mit Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) am Montag hingewiesen: „Wann Mollath freikommt? Diese Frage könnte man Frau Merk am Mo. 10.06.13 um 19 Uhr im Landgasthof Hofolding stellen“, hieß in dem mittlerweile gelöschten Beitrag.

Kurz darauf standen zwei Polizisten in Zvil vor Gressers Tür und erklärten, es gebe Bedenken wegen der Sicherheit der Veranstaltung. „Das war wie der Besuch von Marsmännchen. Da war ich platt.“ Zuvor hatte der Journalist und Blogger Richard Gutjahr den Fall in seinem Blog dokumentiert.

Wie das Justizministerium mitteilte war jedoch nicht der Mollath-Tweet Grund für den Besuch, sondern andere Nachrichten der Professorin auf Twitter: Bereits am 23. Mai habe ein Anwalt dem Ministerium geschrieben, Gresser plane möglicherweise, die Veranstaltung „zu stören und zum Podium für ein ganz anderes Thema“, nämlich einen hoch emotionalen Familienstreit zu machen. „Zum Beleg waren dem Schreiben entsprechende Twitter-Meldungen beigefügt“, hieß es in der Mitteilung. Dieser Brief sei routinemäßig an das für die Sicherheit der Ministerin zuständige Landeskriminalamt weitergegeben worden.

Jetzt äußert sich auch die bayerische Polizei: Der Fall Mollath habe mit dem Besuch der Beamten nichts zu tun gehabt. Allein das Schreiben des Anwalts und die Sorge um die Sicherheit der Veranstaltung mit Beate Merk seien der Grund gewesen.

Lesen Sie hier die Stellungnahme der Polizei im Wortlaut:

Am Montag, 10.06.2013, gegen 11.15 Uhr, wurde in Sauerlach eine Dame in ihrer Wohnung durch zwei Zivilbeamte der Polizeiinspektion 28 (Ottobrunn) aufgesucht. Der Grund hierfür war das Schreiben eines Rechtsanwaltes, das beim Justizministerium eingegangen ist. I

n diesem Schreiben wurde die Besorgnis dargestellt, dass es bei einer Veranstaltung an der die Bayerische Staatsministerin der Justiz Fr. Dr. Beate Merk am 10.06.2013 in Brunnthal teilnimmt, möglicherweise zu Störungen durch die betreffende Dame kommen könnte.

Der Sachverhalt wurde vom Rechtsanwalt in einer Art und Weise dargestellt, dass man sich von polizeilicher Seite her dazu entschloss, ein klärendes Gespräch mit der betreffenden Dame bei ihr zu Hause durchzuführen, um eine mögliche Eskalation zu vermeiden.

Ein Bezug zum “Fall Mollath“ war für das Gespräch nicht ursächlich. Die Veranstaltung mit der Justizministerin am 10.06.2013 um 19.00 Uhr, an der auch die betreffende Dame teilnahm, verlief ohne jegliche Störung.

Der Fall Mollath hat weder in dem Schreiben noch in der Veranstaltung eine Rolle gespielt.

 

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