Bauarbeiten seit zwei Jahren Insel-Baustelle: So sieht's gerade im Deutschen Museum aus

Noch schaut es unübersichtlich aus auf dem Dach des Deutschen Museums. Die Besucher bekommen die Megasanierung trotzdem kaum mit. Foto: Bernd Wackerbauer

400 Arbeiter werkeln seit zwei Jahren im Deutschen Museum, dass es nur so staubt. Von der 445-Millionen- Euro-Sanierung kriegen die Besucher kaum was mit. Ein Blick hinter den Bauzaun.

Isarvorstadt - Im Minutentakt fahren Laster und Baumaschinen vor, drinnen dröhnen Presslufthammer. Bis zu 400 Bauarbeiter baggern, verlegen Leitungen, reißen in fünf Stockwerken des südlichen Sammlungsgebäudes Wände und Decken ein und ziehen neue hoch, dass es nur so staubt.

Es geht voran auf der Mega-Baustelle im 90 Jahre alten und ziemlich maroden Deutschen Museum, das für insgesamt 445 Millionen Euro saniert wird – seit zweieinhalb Jahren schon. Die Museumsbesucher bekommen davon kaum was mit, weil es mit dem zweiten Bauabschnitt, wo noch regulärer Museumsbetrieb ist, erst 2020 losgehen wird.

Deutsches Museum: 19 Ausstellungen ab 2020

Angefangen hat es im Herbst 2015 mit den Außenarbeiten: Das Museum hat zunächst die Fassaden, Fenster und Dächer sanieren lassen, danach die komplette Ufermauer hochwasserfest gemacht. Auch wenn die Isar also mal wieder bedrohlich ansteigt: Sie wird keinen Schaden mehr anrichten können.

Aufregend war es, an die 10.000 Exponate erstmal heil aus dem Haus zu bringen. Darunter das historische Frachtflugzeug "Tante Ju" (1932), das im Erdgeschoss in der Luftfahrthalle stand (es liegt aktuell in der Flugwerft Schleißheim), die Flügel aus der Musikinstrumentenabteilung im ersten Stock oder die alten Traktoren und Mähdrescher aus dem dritten Stock unterm Dach. Und knifflig war’s, die Prachtstücke zu sichern, die zu groß sind, um sie auszulagern: der 20 Meter lange Airbus und die V2-Rakete zum Beispiel. Die haben die Experten deshalb an Ort und Stelle hinter Schutzgehäusen versteckt – nun sanieren die Arbeiter halt vorsichtig drumherum.

Haus ist maroder als gedacht

Zunächst mussten sie das Gebäude komplett in den Rohbau zurückversetzen – übrigblieb nur die Tragstruktur. Dann haben sie die Decken verstärkt – die tragen immerhin tonnenschwere Ausstellungsstücke. "Das Haus ist leider deutlich maroder, als wir annehmen konnten", sagt Baustellen-Chef Dieter Lang.

Noch ziehen sich die Abbrucharbeiten hin. "Wir arbeiten ja in einem denkmalgeschützten Gebäude und müssen sehr vorsichtig vorgehen", sagt Lang. Aktuell werden neue Technik-Kerne ins Gebäude eingezogen, neue Elektrik-Verteiler, IT-Installationen, eine Belüftung, die es im Museum bisher nicht gab. Neue Aufzüge, Toiletten und Erholungsräume für Besucher kommen ebenfalls hinzu.

Was bestimmt ein Magnet werden wird, ist die neue Dachterrasse mit Restaurant, Blick auf die Isar und bei schönem Wetter bis zu den Alpen. Die soll mal unabhängig vom Museumsbetrieb zugänglich sein, auch abends.

Neue Abteilung "Gesundheit" kommt

Bis Ende des Jahres soll der Großteil der Arbeiten fertig sein, dann werden die Ausstellungsräume neu eingerichtet – und wenn alles glatt läuft, 2020 wieder eröffnet. Museumschef Wolfgang Heckl hat da schon große Pläne. Unters sanierte Dach kommt eine neue Abteilung "Gesundheit", da wird ein Modell eines "Riesenmenschen begehbar sein. "Die Besucher werden Dinge erleben können, die man so noch nie gesehen hat", schwärmt er. In den Werkstätten wird bis dahin an neuen Dioramen und virtuellen Welten getüftelt. Insgesamt 19 Ausstellungen sollen übernächstes Jahr eröffnen, auf 24.000 Quadratmetern.

Und dann? Geht der Baustellenwahnsinn mit dem zweiten Bauabschnitt weiter. Der Haupteingang zieht dann vom Museumshof zur Corneliusbrücke um, wo ein Interims-Eingangsbauwerk hinkommt, mit Kassen und Garderobe. Bis 2025 soll alles fertig sein. Das ist ja noch ein Weilchen hin.

 

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