Die Basketballer des FC Bayern treffen im Halbfinale der Playoffs auf Titelverteidiger Bamberg. "Sie haben etwas, das wir wollen", sagt Marko Pesic und kündigt an: "Wir wollen erst mal ein Spiel klauen".

München - Große Dinge bahnen sich in München am Audi Dome an. "Ich habe gehört, dass Herr Stoschek gefragt hat, ob er hier mit dem Hubschrauber landen kann", sagte Marko Pesic und schlussfolgerte mit einem Schmunzeln: "Selbstvertrauen haben sie." Mit "sie" meinte der Geschäftsführer der Bayern-Basketballer den kommenden Playoff-Gegner der Münchner: die Brose Baskets Bamberg. Und Michael Stoschek, Bambergs Klubmäzen und Hobbypilot, plant offenbar tatsächlich, am Sonntag (18 Uhr) zu Spiel eins in München zu landen.

Im Kampf um die deutsche Meisterschaft kommt es im Halbfinale mal wieder zum Duell der Bayern mit ihrem ewigen Rivalen. In den vergangenen beiden Jahren kassierte der FCBB an gleicher Stelle des Wettbewerbs jeweils eine empfindliche 0:3-Niederlage, nachdem in der Spielzeit davor die äußerst umkämpfte Finalserie noch mit 2:3 verloren gegangen war.

Im Audi Dome München kommt es zum Duell der Rivalen

"Bamberg hat mit der Trophäe der deutschen Meisterschaft nicht nur etwas, das wir wollen. Sie haben uns zwei Jahre hintereinander auch richtig wehgetan", erinnerte sich auch Pesic und kündigte an: "Jetzt wollen wir schauen, dass wir erst mal ein Spiel klauen." Eine ziemlich bescheidene Vorgabe für seine eigentlich als Hauptrundenchampion und Titelfavorit in die Playoffs gestarteten Bayern. "Bamberg ist drei Jahre in Folge deutscher Meister geworden und eine große Herausforderung für uns. Der stellen wir uns", sagte Pesic. "Jeder weiß, dass Bamberg ein richtig gutes Team und den Meister-Spirit hat. Ich glaube, es gibt keinen Favoriten, die Chancen sind 50 zu 50", meinte Bayerns Nihad Djedovic.

Die insgesamt sieben Bamberger Meistertitel in den vergangenen acht Jahren wurden tatsächlich nur vom Münchner Triumph 2014 unterbrochen. Ob ihnen das erneut gelingen kann, ist nach der ersten K.o.-Runde nun die große Frage. Denn die Bamberger setzten sich in ihrem Viertelfinale gegen Bonn souverän mit 3:0 durch, nachdem sie in der regulären Saison in den vergangenen Jahren kaum gekannte Schwächen gezeigt hatten.

Die Bayern waren in dieser Spielzeit lange das Maß der Dinge, entschieden auch die Duelle mit Bamberg in der Liga und das Pokalviertelfinale für sich. Gegen den Vorrundenachten aus Frankfurt mühten sie sich aber nach 1:2-Rückstand so grade noch zu einem 3:2.

Basketballer des FC Bayern treffen auf Titelverteidiger Bamberg

"Wir haben unseren Stolz wiedergefunden", sagte Pesic, nach dem dieser Kraftakt mit dem 90:70 im entscheidenden fünften Spiel doch noch geschafft war: "Wir haben in dieser Woche eine Herausforderung gemeistert, die wir so noch nie hatten. Wir standen ja kurz vor dem Aus.“

Die Mannschaft werde das Halbfinale deshalb nun "mit viel Herz und Enthusiasmus angehen". Auch Nationalspieler Danilo Barthel glaubt, aus dieser schwierigen Situation Kraft ziehen zu können: "Es war ein großer, großer Kampf. Das hat uns für die nächsten Aufgaben vorbereitet, körperlich und mental fit zu sein, um auch in schwierigen Spielen da zu sein."

Das müssen die Bayern bereits am Sonntag wieder, während Bamberg nach dem 3:0-Sweep eine ganze Woche zur Regeneration und Vorbereitung hatte. "Unser Gegner hatte da etwas mehr Zeit, aber wir haben den Heimvorteil", sagte Bayern-Coach Dejan Radonjic fast trotzig. "Die Mannschaft muss sich jetzt regenerieren, nicht nur körperlich, auch mental", sagte Pesic und fasste seine Erwartungen für das mit Spannung erwartete Kräftemessen mit Bamberg zusammen: "Unser Ziel muss es sein, ein Spiel zu gewinnen. Am besten natürlich das erste."

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