Basketball Bayerns Bryant: „Ich werde fit sein wie noch nie“

Kann sicher noch das eine oder andere Kilo verlieren: John Bryant. Foto: Rauchensteiner/AK

2,11 Meter, 130 Kilo: John Bryant, der neue Top-Star in den Reihen des FC Bayern München, ist der wichtigste Zugang des Sommers - und ein ganz spezieller Basketballer.

 

München - Bisher übte man sich bei den Basketballern FC Bayern in Understatement, wenn man auf die Saisonziele angesprochen wurde. Damit ist jetzt Schluss! „Wir wollen alles gewinnen, was es in Deutschland zu gewinnen gibt. Das ist kein Geheimnis“, sagt Trainer Svetislav Pesic. Seit einer Woche trainiert das Team zusammen, allerdings ohne Jared Homan – der US-Profi war am Donnerstag vom Training freigestellt worden und soll sich einen neuen Verein suchen.

Stattdessen präsentierten die Bayern beim ersten Medientraining ihren neuen Star-Center: John Bryant aus Ulm, offiziell letzte Saison der beste Spieler der BBL. Bryant ist der wichtigste Zugang des Sommers. Mit einer Körpergröße von 2,11 Meter und einem Gewicht von knapp 130 Kilogramm ist er selbst für einen Basketballer ein Koloss. Ein anderes Kaliber als Homan, sportlich wie körperlich. Pesic sagt über Bryant, er sei ein ungewöhnlicher Spieler. Ein Spieler, der sehr gut mit seinem Gewicht arbeiten könne. Und erklärt: „Sein Körper ist, wie er ist.“

Außergewöhnlich, aber erinnert auch ein bisschen an einen Tanzbär. Auf dem Trainingsplan steht am Freitag die Defensive. Pesic und seine Co-Trainer Emir Mutapcic und Andreas Wagner jagen die Spieler übers Feld, passen den Ball schnell von einer Seite zur anderen. Bryant sprintet hinterher, muss zwischendurch absichtlich zu Boden gehen, sich wieder aufrappeln und rechtzeitig am Ball sein. Nicht leicht für jemanden, dessen Körper so ist, wie er ist. Beim Stretching nach dem Training verwendet Bryant als einziger Spieler eine überbreite Matte. Während seine Mitspieler es sich nach dem Dehnen für die Interviews auf den VIP-Sitzen gemütlich machen, joggt Bryant zum Ergometer. Extraeinheiten, denn er will für die Saison fit sein. Die gesamte vergangene Woche hat er mit dem Athletiktrainer Sonderschichten eingelegt. In der Saisonpause im Sommer lautete sein Motto Regeneration, sagt er während er in die Pedale tritt. „Ich bin in einem Alter, in dem ich meinen Körper kenne“, sagt der 26-Jährige.

„Pesic ist für sein hartes Training bekannt. Da wollte ich es im Sommer nicht übertreiben, um jetzt richtig Gas geben zu können.“ Am Sonntag fährt die Mannschaft ins Trainingslager nach Bruneck in Südtirol, wo es dann erst richtig losgeht mit der Schinderei. Pesic hat bei manchem Spieler eine „nicht ganz so exzellente“ Verfassung ausgemacht. Deshalb wird nun intensiver an der physischen Verfassung der Spieler gearbeitet – auf 1200 Metern Höhe. Bryant freut sich darauf: „Am Ende der Saison werde ich so fit sein wie noch nie.“ Vielleicht springt bei all der Plackerei auch noch sein erster Titel heraus. „Alles andere wäre eine Enttäuschung“, sagt er.

Und strampelt weiter.

 

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