Barca gegen Real Clásico: Ohne Titeldruck, aber mit König Johan

Das Hinspiel gewann der FC Barcelona mit 4:0, demütigte die "Königlichen" geradezu. Foto: Imago

Der Clásico spielt für den Titelkampf in Spanien keine Rolle, der FC Barcelona ist Real Madrid bereits enteilt. An Brisanz fehlt es im Duell der Erzrivalen dennoch nicht. Und auch nicht an Emotionen.

 

Barcelona - Auf dem Rasen duellieren sich die Superstars, auf der Tribüne spioniert der VfL Wolfsburg - und im Himmel schaut ja vielleicht Johan Cruyff zu: Der 264. Clásico am Samstag zwischen den spanischen Spitzenklubs FC Barcelona und Real Madrid hat von seinem Reiz kaum etwas eingebüßt, auch wenn die beiden Erzrivalen in der Meisterschaft zehn Punkte trennen.

Der Kampf ums Prestige und die Verabschiedung des verstorbenen Cruyff versprechen reichlich Emotionen. "Gràcies Johan" (Danke Johan) - mit diesen Worten auf dem Barca-Trikot gedenken die Katalanen ihres ehemaligen Spielers und Trainers.

Vor dem Anpfiff wird der am vergangenen Donnerstag an Lungenkrebs verstorbene Cruyff mit einer Gedenkminute und einem Videofilm mit Höhepunkten seiner Karriere geehrt. Die etwa 90.000 Zuschauer im Camp Nou bilden zudem mit Papptafeln ein beeindruckendes Mosaik.

"Wir wollen den Clásico gewinnen und Cruyff widmen", sagte Barcas Mittelfeldspieler Andrés Iniesta.

Wolfsburgs Trainer Hecking live dabei

Die besondere Atmosphäre wird auch Dieter Hecking genießen. Der Trainer des VfL Wolfsburg nimmt Real als kommenden Viertelfinalgegner in der Champions League (6. und 12. April) persönlich unter die Lupe.

"Ich hoffe natürlich, in dem Spiel noch die eine oder andere Schwäche von Madrid zu sehen - auch wenn wir nicht der FC Barcelona sind", sagte Hecking.

Lesen Sie hier: Rückendeckung für Skandal-Kruse

Bei der 0:4-Hinspielpleite hatte der spanische Rekordmeister von Barca eine Lehrstunde erteilt bekommen, der Stachel darüber sitzt noch immer tief. Inzwischen hat jedoch Zinedine Zidane das Traineramt übernommen, der frühere Ausnahmespieler will als erster Real-Coach seit Bernd Schuster (2007) seinen Premieren-Clásico gewinnen.

"Das ist ein besonderes Spiel und ein wahrer Höhepunkt", sagte der Franzose. Zidanes Qualitäten als Trainer würden bei einer Pleite in der spanischen Medienwelt aber sicher bereits infrage gestellt werden.

Auf dem Rasen stehen wieder die prominent besetzten Sturmreihen im Mittelpunkt: MSN (Messi, Suarez, Neymar) gegen BBC (Bale, Benzema, Cristiano Ronaldo). Lionel Messi, der beim 2:0-Sieg gegen Bolivien sein 50. Tor im Trikot der argentinischen Nationalmannschaft erzielte, ist heiß: "Jetzt wird es Zeit, dass ich nach Barcelona fliege und an den Clásico denke."

Kroos hat Großes vor

Allerdings hat Messi derzeit Ärger - wegen einer eigentlich gut gemeinten Aktion im Fernsehen. Im Interview mit einem ägyptischen Fernsehsender übergab Messi der Moderatorin seine Fußballschuhe, um diese für einen guten Zweck zu versteigern.

In der arabischen Welt gilt der Schuh jedoch als Inbegriff für Schmutz und die Spende damit als Beleidigung. "In den vergangenen 7000 Jahren wurden wir Ägypter noch nie so gedemütigt", empörte sich Politiker Said Hasasin.

Lesen Sie hier: Messi erzürnt Ägypter

Eine sportliche Demütigung durch den Weltfußballer will Toni Kroos verhindern. Reals Mittelfeldspieler ist in bestechender Form, bei den beiden Länderspielen gegen England (2:3) und Italien (4:1) war er der beste deutsche Nationalspieler. Auch in Madrid spielt Kroos eine starke Saison, seine 1906 angekommenen Pässe sind Ligabestwert.

 

0 Kommentare