Bandendiebstahl im Discounter Neuer Coup der Scampi-Bande: 3000 Euro Schaden!

Die Täter klauen offenbar besonders gern in Lidl-Märkten. Foto: dpa

Cognac, Steaks, Filet: Die Diebesbanden, die es derzeit vor allem auf den Discounter Lidl abgesehen haben, klauen nur vom Feinsten. Die Polizei vermutet Diebstahl auf Bestellung.

 

Germering - Seit Wochen plündern Banden in und um München mit einer dreisten Masche Discounter. Sie rollen heimlich prall gefüllte Einkaufswägen statt zur Kasse durch die Eingangstüren heraus. Bevorzugte Märkte sind nach AZ-Informationen Filialen des Discounters Lidl, der 3200 Märkte in Deutschland betreibt. Auch in Olching, Dachau und Augsburg sind Fälle aktenkundig.

In Germering beschäftigt jetzt ein besonders dreister Coup die Polizei. Hier richteten die Diebe auf einen Streich über 3000 Euro Schaden an. Laut Polizei betraten am Freitag vor einer Woche um die Mittagszeit mehrere Personen den Discounter in der Industriestraße. Bisher wurden nur Fälle bekannt, in denen meist zwei Täter gemeinsam einen Wagen mit hochpreisigen Lebensmitteln füllten (AZ berichtete). In Germering stopften die Täter aber gleich mehrere Einkaufswägen voll.

Die Inventur ergab später, was die Diebe alles eingepackt hatten:
91 Flaschen Cognac
18 Packungen Rotgarnelen
10 Packungen Lavazza
10 Kilo Rib-Eye-Steaks
8 Kilo Rinderfilet

Mit den randvoll gefüllten Wagen gingen die Diebe anschließend zurück zum Eingangsbereich. Draußen warteten bereits Komplizen. In einem günstigen Moment taten diese so, als ob sie den Einkaufsmarkt betreten wollten, damit sich die Türen öffnen. Diesen Moment nutzten die anderen und rollten die Wägen heraus.

„Das ist eine neue Dimension von Ladendiebstahl“, sagt Andreas Ruch, Vize-Polizeichef in Germering. Er geht davon aus, dass die Diebe auf Bestellung klauen. „Die Auftraggeber und Abnehmer kommen vermutlich aus der Gastronomie“, so der Polizist.

Nachdem die Anzahl der Fälle in jüngster Zeit sehr gestiegen ist, werden bei Lidl nun „Door-Men“ eingesetzt, die die Türen bewachen. Außerdem wird erwogen, die Läden innen umzubauen, da die Kassiererinnen den Eingangsbereich durch die hohen Regale nicht einsehen können. Kameras gibt es seit dem Überwachungsskandal von Lidl-Mitarbeitern (2008) in den Geschäften nicht mehr.

Eine Filiale ist bislang von den Scampi-Dieben verschont geblieben: In Fürstenfeldbruck wurde schon vor der Diebstahls-Serie ein Security-Dienst engagiert, der den Parkplatz bewacht – zu viele Kunden hatten nach ihrem Einkauf gleich auf dem Parkplatz Alkohol konsumiert.

 

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